Photovoltaik Investments 2021: Die Chancen und Risiken

ARTIKEL 11.01.2021

Nachhaltigkeit fördern und damit attraktive Renditen erzielen - das versprechen Photovoltaik-Investments. Welche Chancen und Risiken gibt es dabei?


Was sind Photovoltaik-Anlagen?

Photovoltaik-Anlagen sind Solarstromanlagen, die Sonneneinstrahlung in elektrische Energie umwandeln. Sie werden meist auf Gebäudedächern oder in Freilandanlagen (Solarparks) montiert.



Der erzeugte Strom kann ins öffentliche Netz eingespeist werden. Dafür erhalten die Betreiber*innen eine gesetzlich festgelegte Einspeisevergütung laut dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Die Höhe der Vergütung wird für jede Anlage über eine Laufzeit von 20 Jahren plus dem Jahr der Inbetriebnahme garantiert und ist auf der Website der Bundesnetzagentur einsehbar.


Die Einspeisevergütung sollte für neu installierte Anlagen entfallen, sobald die installierte Leistung aller Photovoltaik-Anlagen 52 Gigawatt erreicht. Dieser „Photovoltaik-Deckel“ wurde jedoch 2020 per Gesetzesänderung abgeschafft, bevor die Deckelleistung erreicht wurde.


Ist eine Photovoltaik-Anlage an das heimische Stromnetz der Betreiber*innen angeschlossen, können sie den Strom selbst verbrauchen und einen Teil der Kosten für Strom aus dem öffentlichen Netz einsparen.


Die Vergütung ist für Neuanlagen seit 2012 schrittweise gesunken, doch sind auch die Kosten für Photovoltaikmodule in den letzten Jahren rapide gefallen. Die Verbreitung von Photovoltaik-Anlagen ist in dieser Zeit weltweit gestiegen.


Weltweit installierte Leistung an Photovoltaikanlagen pro Jahr


Auch in Deutschland wachsen die Anzahl und die Kapazität der ans Netz angeschlossenen Photovoltaik-Anlagen jährlich. Im Jahr 2020 deckten Photovoltaikanlagen ca. 9,3 % des Netto-Stromverbrauchs in Deutschland ab.


Wie können Anleger*innen in Photovoltaik-Anlagen investieren?

Photovoltaik-Investments fallen in die Kategorie der „Alternativen Kapitalanlagen.“ Ihre Renditeentwicklung ist nicht direkt mit dem Kapitalmarkt korreliert.


Anleger können sich entweder direkt oder indirekt an Photovoltaik-Anlagen beteiligen:


Direktinvestments

Eine Option ist die Installation einer Solaranlage auf dem eigenen Grundstück bzw. Dach. Der erzeugte Strom kann von den Besitzer*innen selbst genutzt und ein eventueller Überschuss ins öffentliche Netz eingespeist werden. Die Montage eines Stromspeichers ermöglicht es, einen höheren Anteil des Stroms selbst zu nutzen.


Alternativ gibt es einen Zweitmarkt, auf dem die Besitzrechte an laufenden Solaranlagen gehandelt werden. Dabei kann es sich um Solaranlagen auf privaten Dächern oder um einzelne Module in Freilandanlagen handeln.


Zugänglich ist dieser Zweitmarkt über:

  • Online-Portale wie www.solarserver.de oder www.milkthesun.com.
  • Ausgewählte Finanzberater*innen, die Photovoltaik-Anlagen in ihrem Produktportfolio haben.
  • Photovoltaik-Unternehmen, die Solarparks bauen und die Module anschließend an Kapitalanleger*innen veräußern.


Die Verwaltung der Anlagen kann in der Regel von den Anleger*innen selbst übernommen oder gegen eine Gebühr an eine professionelle Betriebsführung abgegeben werden.


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Indirekte Investments

Auf dem Markt für Alternative Kapitalanlagen gibt es regelmäßig neue Möglichkeiten, sich über Anleihen, Crowdinvesting oder geschlossene Beteiligungen an Solarparks oder Solarportfolios zu beteiligen.


Anleger*innen geben hier die Verwaltung des Investments komplett an einen professionellen Dienstleister ab und nehmen an seinem unternehmerischen Erfolg oder Misserfolg bei dem Projekt teil.


Welche Renditen bieten Photovoltaik-Investments?

Die Renditeberechnung bei Photovoltaikanlagen ist komplex, da die Rendite durch mehrere Faktoren bestimmt wird.


So werden Anleger*innen mit dem Kauf einer Photovoltaikanlage unternehmerisch tätig und können große Teile der Investitionskosten steuerlich geltend machen (die Ausnahme sind Photovoltaikanlagen, deren Strom ausschließlich im Eigenverbrauch genutzt wird).


Bei der Rendite durch die Stromerzeugung gibt es große Unterschiede zwischen Photovoltaikanlagen, welche an das heimische Stromnetz von Anleger*innen angebunden sind, und Anlagen, die sämtlichen Strom ins öffentliche Netz einspeisen.


Direktinvestment mit Eigenverbrauch

Rechnet man die Kosten einer Photovoltaikanlage auf die erzeugte Kilowattstunde Strom herunter, ist Solarstrom weniger als halb so teuer als Strom aus dem öffentlichen Netz.


Die Stiftung Warentest hält auf Basis ihrer Musterberechnungen Renditen von über 5 % für realisierbar (Berechnung von 2018).


Eine Kurzstudie der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin für die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen errechnete 2019, dass Betreiber*innen mit einer neuen Photovoltaikanlage Renditen von 2,8 bis 4,7 Prozent p.a. erzielen – bezogen auf drei definierte Szenarien mit unterschiedlichen Haushaltsstromverbräuchen. Des Weiteren kam die Studie zu dem Schluss, dass das Anbringen möglichst vieler Module meist zu besseren Renditen führt als eine Ausrichtung der Produktionsleistung auf den eigenen Stromverbrauch.


Direktinvestment mit Einspeisung ins öffentliche Stromnetz

Die Anbieter werben mit Renditen zwischen rund 4 % p.a. und 12 % p.a. vor Steuern.


Indirekte Investments

Die Anbieter werben mit Renditen von rund 4,5 % p.a. bis 7 % p.a. vor Steuern.


Welche Kosten fallen bei Photovoltaik-Investments an?


Anschaffungskosten (Stand: Januar 2021)

  • Aktuell liegen die Kosten für schlüsselfertige Photovoltaikanlagen bei durchschnittlich 1.200 Euro pro kWp („Kilowatt Peak“, ein Maßstab für die Leistung von Photovoltaikanlagen). Für eine durchschnittliche Photovoltaikanlage für ein Einfamilienhaus entstehen so Kosten in der Anschaffung von unter 8.000 Euro (netto).
  • Auf dem Zweitmarkt sind kleine Dachanlagen ab rund 2.000 € verfügbar. Große Freilandanlagen können siebenstellige Summen kosten. Eventuell wird zusätzlich eine Vermittlungscourtage fällig.
  • Die Kosten für Netzanschlusszähler betragen zwischen einmalig 500-1.000 € oder 30 € p.a., wenn der Zähler gemietet wird.


Laufende Kosten (Stand: Januar 2021)

Nach dem Kauf einer Photovoltaikanlage können folgende Kosten anfallen:

  • Wartungskosten werden meist mit rund 1 % p.a. des Anlagenpreises angegeben,
  • Versicherungskosten von rund 0,3 % - 0,8 % p.a. des Anlagenkaufpreises fallen an, wenn die Anlage gegen die gängigsten Schäden versichert werden soll,
  • Benötigte Ersatzteile können eventuell Mehrkosten verursachen.
  • Pachtkosten für das Grundstück oder Dach, auf dem die Anlage befestigt ist.
  • Verwaltungskosten, wenn die Verwaltung der Anlage von einer Betriebsführung übernommen wird.


Welche Laufzeiten haben Photovoltaik-Investments?


Direktinvestments

Direktinvestments haben in der Regel keine festgelegten Laufzeiten, da Photovoltaikanlagen weiterverkauft werden können. Experten gehen bei modernen Anlagen von einer Lebenszeit zwischen 30 und 40 Jahren aus.


Da die anfänglichen Investitionskosten relativ hoch sind, amortisiert eine Photovoltaikanlage sich nach gängiger Ansicht in 10-15 Jahren.


Indirekte Investments

Indirekte Photovoltaik-Investments haben geplante Laufzeiten, die meist zwischen 9 und 20 Jahren liegen.


Welche Risiken gibt es für Anleger*innen?

Bei direkten und indirekten Photovoltaik-Investments tragen Anleger*innen ein unternehmerisches Risiko, d.h. die prognostizierten Renditen können sinken und es sind Verluste möglich, die durch unerwartete Kosten einen Totalausfall übersteigen können. Faktoren wie Planungsfehler, dilettantische Installationen oder qualitativ schlechte Komponenten können dazu führen, dass Photovoltaikanlagen sich nicht rentabel betreiben lassen.


Dazu kommt das Risiko, dass die Photovoltaikanlage nicht die geplanten Erträge erzeugen kann. Zwar sind die Strom-Abnahmepreise gesetzlich garantiert, jedoch nicht die tatsächlichen Einnahmen aus dem Betrieb der Anlage. Technische Defekte, längerfristig trübes Wetter oder eine „Verschattung“ der Anlage durch Neubauten können dazu führen, dass die Zellen weniger Strom erzeugen als prognostiziert.


Der Besitz einer Photovoltaikanlage kann mit unplanmäßigen Kosten einhergehen – beispielsweise, wenn die Versicherung einen konkreten Schadensfall nicht abdeckt.


Auch eine Änderung der garantierten Einspeisevergütung ist nicht ausgeschlossen. Nachdem beispielsweise in Spanien die Kosten für die lokalen Einspeisevergütungen nicht mehr tragbar waren, wurde das Vergütungssystem rückwirkend eingeschränkt und schlussendlich faktisch abgeschafft. In Deutschland gab es 2011 Pläne für einen „Solidaritätszuschlag“ auf den Betrieb von bestehenden Photovoltaikanlagen, die erst nach Protesten zurückgezogen wurden.


Solaranlagen, die nicht auf dem Grundstück der Käufer*innen stehen, befinden sich in der Regel auf gepachteten Flächen. Kündigen die Besitzer*innen den Pachtvertrag außerordentlich, muss die Anleger*innen sich um den Abbau der Photovoltaikanlage kümmern.


Bei Investitionen im Ausland kann die Durchsetzung von Rechtsansprüchen schwieriger sein und es gibt Wechselkursrisiken bei Investments außerhalb der Eurozone.


Wie können Anleger die Qualität eines Photovoltaik-Investments einschätzen?

Bei der Auswahl eines Photovoltaik-Investments können Anleger*innen unter anderem folgende Fragen stellen:


  • Sind die Flächen durch einen Pachtvertrag erschlossen?
  • Sind die Flächen durch eine erstrangige Dienstbarkeit im Grundbuch gesichert?
  • Handelt es sich um ein Modell mit zehnjähriger Herstellergarantie und 25-jähriger Leistungsgarantie?
  • Liegt die Einspeisezusage vor?
  • Bei Dachanlagen: Liegt ein Nachweis der Statikprüfung vor?
  • Ist der Anbieter des Investments erfahren oder neu am Markt?
  • Falls eine Betriebsführung vermittelt wird: Besitzt diese Erfahrung und wirkt sie vertrauenswürdig?

Auf der Seite PV-Magazine.de finden Anleger*innen einen umfangreichen Guide zur Auswahl eines Photovoltaik-Investments.


Zusammenfassung: Das Chancen-Risiko-Profil


Chancen/Vorteile

  • Es besteht die Chance auf höhere Renditen als bei festverzinslichen Anlagen.
  • Anleger*innen können nachhaltige Investitionskriterien umsetzen und die Energiewende unterstützen.
  • Es gibt die Möglichkeit, diverse Investitionsausgaben steuerlich geltend zu machen.
  • Die gesetzliche Einspeisevergütung schafft ein bestimmtes Maß an Planungssicherheit.
  • Anleger*innen haben die Möglichkeit, „Komplettpakete“ mit wenig Verwaltungsaufwand zu kaufen.


Risiken/Nachteile

  • Es versteht das Risiko von Verlusten bis hin zu Kosten über den Totalausfall hinaus.
  • Es besteht das Risiko, dass eine Photovoltaikanlage nicht die prognostizierten Erträge abwirft (Sie könnte weniger Strom erzeugen als erwartet oder die Einspeisevergütung könnte geändert werden).
  • Hohe Investitionskosten, die sich im Durchschnitt nach frühestens 10 - 15 Jahren amortisieren.
  • Der Kauf einer Photovoltaikanlage führt zum Unternehmerstatus mit allen Pflichten wie beispielsweise anfänglichen monatlichen Umsatzsteuermeldungen, einer Einkommensteuererklärung etc.


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