Bausparvertrag als Geldanlage 2021 - Lohnt sich das?

ARTIKEL 03.02.2021

Bausparen ist in Deutschland weiterhin weit verbreitet: Zwar ist die Anzahl der Bausparverträge rückläufig, doch gab es nach Schätzungen der Bundesbank 2019 noch rund 26 Millionen davon. Lohnt das Bausparen sich in jeder Lebenssituation, oder ist seine Verbreitung eher auf die Macht der deutschen Tradition zurückzuführen?


Was sind Bausparverträge?

Bausparverträge sind keine klassische Geldanlage für den Vermögensaufbau oder die Vermögenssicherung. Stattdessen dienen Sie einem genau definierten Zweck: Eigenkapital für einen Immobilienbau oder –kauf, eine Modernisierung oder einen Umbau anzusparen. Die angesparte Summe kann mit einem zinsgünstigen Darlehen kombiniert werden, welches ebenfalls als Eigenkapitalteil bei einer Immobilienfinanzierung eingesetzt werden kann.


Das Prinzip hinter dem Bausparen funktioniert wie folgt: Im Bausparvertrag wird eine „Bausparsumme“ festgelegt, welche die Kund*innen für ihr Immobilienprojekt zur Verfügung haben möchten.


Anschließend durchläuft der Vertrag drei Phasen:


  • Ansparphase: Die Kund*innen zahlen eine festgelegte monatliche Sparrate ein. Auf die angesparte Summe erhalten sie eine bei Vertragsunterzeichnung vereinbarte Verzinsung. Wie lange die Ansparphase genau dauert ist tarifabhängig, aber sieben oder acht Jahre gelten als gängig.
  • Zuteilungsphase: Sobald rund 40-50 % der Bausparsumme angespart sind, wird der Vertrag „zuteilungsreif“. Auf Wunsch erhalten Anleger*innen die angesparte Summe inklusive Zinsen. Die Differenz zur Bausparsumme können sie als Darlehen mit besonders günstigem Garantiezins, der bereits bei Vertragsunterzeichnung festgelegt wird, in Anspruch nehmen. Alternativ können sie den Vertrag weiter besparen, wodurch die abrufbare Darlehenssumme sinkt.
  • Darlehensphase: Lassen sich die Kund*innen das Darlehen auszahlen, zahlen sie in der Regel einen gleichbleibenden Rückzahlungsbetrag zur Verzinsung und Tilgung des Darlehens. Sondertilgungen sind jederzeit ohne Vorfälligkeitsentschädigung möglich.


Bausparsummen dürfen meist nur für wohnwirtschaftliche Zwecke verwendet werden. Eine generelle Ausnahme sind Verträge für Jugendliche und junge Erwachsene, die bei Vertragsabschluss jünger als 25 Jahre alt sind.


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Lohnt sich Bausparen?

In der Vergangenheit wurden manche Bauspartarife als reines Sparprodukt mit hohen Zinsen konzipiert. Solche Angebote gibt es im Niedrigzinsumfeld nicht mehr und die Sparzinssätze von Bausparverträgen sind meist im Vergleich zu Tages- und Festgeldangeboten niedrig. Bei der Mehrzahl der Angebote liegen sie zwischen 0,1 und 1 % Zinsen p.a.


Wenn der Bausparvertrag für wohnwirtschaftliche Zwecke verwendet wird, kann die Rendite mit mehreren staatlichen Förderleistungen verbessert werden. Darunter fallen:


  • Vermögenswirksame Leistungen
  • Die Wohnungsbauprämie
  • Wohnriester


Dafür wird bei Bausparverträgen eine Abschlussgebühr fällig, die es bei Tages- und Festgeld nicht gibt.


Lohnen sich Bausparverträge trotzdem durch das zinsgünstige Darlehen, das Kund*innen in Anspruch nehmen können? Da es zahlreiche Unterschiede zwischen den Tarifen gibt und die Attraktivität eines Bauspardarlehens von der zukünftigen Zinsentwicklung abhängt, kann diese Frage nicht pauschal beantwortet werden.


Ein Bausparvertrag kann als Versicherung gegen steigende Kreditzinsen verwendet werden, wenn die Kund*innen die Anschaffung oder Modernisierung einer Immobilie planen. Steigen die Kreditzinsen tatsächlich, haben sie Planungssicherheit und profitieren von dem günstigen Kredit.


Steigen die Zinsen nicht, kann eine Kombination aus Tages- oder Festgeldsparen und einem höheren Bankdarlehen lukrativer sein – sie muss es aber nicht. Wenn Kund*innen sich durch ihren Bausparkredit weniger Kapital von der Bank leihen müssen, können sie möglicherweise Zinseinsparungen beim Darlehen realisieren. Diese können rentabler sein als die Zinsvorteile von Fest- oder Tagesgeld.


Laut Expert*innen wie der Stiftung Warentest können Bausparverträge insbesondere dann lohnenswert sein, wenn sie für Modernisierungen genutzt werden, denn Banken haben dafür oft keine günstigen Kreditangebote.


Wie hoch sind die Kosten bei Bausparverträgen?

Bei Bausparverträgen gibt es große Kostenunterschiede zwischen den einzelnen Tarifen. Folgende Kosten können anfallen:


  • Eine Abschlussgebühr, der Regel 1,0 – 1,6 % der Bausparsumme beträgt.
  • Bei einigen Tarifen fallen Kontoführungsgebühren an.
  • Früher wurden teilweise Gebühren für die Zuteilung des Darlehens erhoben, welche mittlerweile unzulässig sind.


Welche Laufzeiten haben Bausparverträge?

Wie lange ein Bausparvertrag tatsächlich dauert, ist vom Tarif sowie vom Zeitpunkt abhängig, an dem die Kund*innen das Darlehen abrufen.


Bei der Sparphase gilt eine Dauer von sieben bis acht Jahren als gängig. Die anschließende Tilgung des Darlehens muss in der Regel in sieben bis elf Jahren erfolgen.


Wann können Bausparverträge gekündigt werden?

In der Ansparphase können Bausparverträge jederzeit mit drei- bis sechsmonatiger Frist gekündigt werden. Die Kund*innen erhalten dann das angesparte Kapital inkl. der aufgelaufenen Zinsen. Wenn die Auszahlung schon vor Ablauf der Kündigungsfrist erfolgen soll, kann eine Vorfälligkeitsgebühr von ca. 1 % der Bausparsumme fällig werden.


Ist der Vertrag zuteilungsreif, können Anleger*innen sich ihr Kapital inkl. Zinsen auszahlen lassen. Eine Kündigung ist dazu nicht nötig.


Ist das Darlehen ausgezahlt, können die Darlehensnehmer*innen jederzeit die Restschuld und die angefallenen Zinsen tilgen. Eine Vorfälligkeitsentschädigung wird dafür nicht erhoben.


Wo gibt es Vergleiche von Bausparverträgen?

Vergleiche von Bausparverträgen werden beispielsweise vom finanzen.net und Tagesgeldvergleich.net angeboten.


Bei der Stiftung Warentest gibt es einen kostenpflichtigen Tarifrechner.


Welche Risiken haben Bausparverträge?

Bausparverträge gelten als ein „sicheres“ Finanzprodukt. Die Kund*innen erhalten eine feste Verzinsung und können nur dann Kapital verlieren, wenn die Kosten die Zinsen übersteigen.


Gerät eine Bausparkasse in die Insolvenz, greift ein Bausparkassen-Einlagensicherungsfonds. Zusätzlich gehören die meisten Bausparkassen noch einem anderen Sicherungssystem wie dem Sicherungssystem des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (LBS) oder dem Sicherungssystem der genossenschaftlichen Banken (Schwäbisch Hall) an.


Wer in erster Linie ein Sparprodukt sucht, riskiert jedoch Opportunitätskosten. Tages- oder Festgeldangebote können besser verzinst sein und im Gegensatz zu diesen haben Bausparverträge Gebühren, die erst einmal wieder amortisiert werden müssen.


Häufig liegen die Sparzinsen bei Bausparverträgen unter der Inflationsrate, weshalb Sparer*inneneinen realen Kaufkraftverlust riskieren.


Außerdem sind sowohl die Spar- wie auch die Tilgungsraten unflexibel und können nicht einfach reduziert werden. Zusätzlich sind die Tilgungsraten meist hoch, weil das Darlehen in wenigen Jahren getilgt werden soll. Das kann manch Kund*innen in finanzielle Bedrängnis bringen, wenn die eigene Lebenssituation sich auf unvorhergesehene Weise ändert.


Hatte die Corona-Krise 2020/2021 einen Einfluss auf Bausparverträge?

Die Corona-Krise hatte wenig Auswirkungen auf das Bausparen. Zur Insolvenz von Bausparkassen oder gar zum Ausfall von Verträgen hat sie bisher nicht geführt (Stand 02/2021).


Die Bausparkassen stehen immer noch vor der gleichen Herausforderung wie zuvor: Im aktuellen Niedrigzins-Umfeld eine gute Rendite mit dem Kapital der Sparer*innen zu erwirtschaften. Da mit der Corona-Krise eine baldige Abkehr von der aktuellen Geldpolitik unwahrscheinlicher geworden ist, könnte das auch noch lange so bleiben.


Zusammenfassung: Das Chancen-/Risiko-Profil


Chancen

  • Bausparverträge sind eine Anlage mit geringem Verlustrisiko.
  • Bausparen bietet Kund*innen die Möglichkeit, sich attraktive Darlehenszinsen in der Zukunft zu sichern.
  • Bausparverträge können jederzeit gekündigt werden, wobei eventuell eine Frist von bis zu sechs Monaten greift.


Risiken

  • Die Konditionen bei Bausparverträgen können komplex und schwer zu vergleichen sein.
  • Die Sparzinsen sind oft niedrig, sodass Sparer*innen durch die Inflation an Kaufkraft verlieren können.
  • Die Spar- und Tilgungsraten sind oft unflexibel und die Tilgungsraten sind meist relativ hoch.


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