Bausparvertrag als Geldanlage - Lohnt sich das?

ARTIKEL 06.09.2019

Bausparen ist in Deutschland weiterhin weit verbreitet: Knapp 27 Millionen Verträge zählte die Bundesbank Anfang 2019. Lohnt es sich in jeder Lebenssituation, oder ist seine Verbreitung eher auf die Macht der deutschen Bauspar-Tradition zurückzuführen?


Was sind Bausparverträge?

Bausparverträge sind keine klassische Geldanlage für den Vermögensaufbau oder die Vermögenssicherung. Stattdessen dienen Sie einem genau definierten Zweck: Eigenkapital für einen Immobilienbau oder –kauf, eine Modernisierung oder einen Umbau anzusparen. Die angesparte Summe kann mit einem zinsgünstigen Darlehen kombiniert werden, welches ebenfalls als Eigenkapitalteil bei einer Immobilienfinanzierung eingesetzt werden kann.


Das Prinzip hinter dem Bausparen funktioniert wie folgt: Im Bausparvertrag wird eine „Bausparsumme“ festgelegt, die der Kunde für sein Immobilienprojekt zur Verfügung haben möchte.


Anschließend durchläuft der Vertrag drei Phasen:


Wie können Anleger Staatsanleihen kaufen?

  • Ansparphase: Der Kunde zahlt eine festgelegte monatliche Sparrate ein. Auf die angesparte Summe erhält er eine bei Vertragsunterzeichnung vereinbarte Verzinsung. Wie lange die Ansparphase genau dauert ist tarifabhängig, aber sieben oder acht Jahre gelten als gängig.
  • Zuteilungsphase: Sobald rund 40-50 % der Bausparsumme angespart sind, wird der Vertrag „zuteilungsreif“. Auf Wunsch erhält der Anleger die angesparte Summe inklusive Zinsen. Die Differenz zur Bausparsumme kann er als Darlehen mit besonders günstigem Garantiezins, der bereits bei Vertragsunterzeichnung festgelegt wird, in Anspruch nehmen. Alternativ kann er den Vertrag weiter besparen, wodurch die mögliche Darlehenssumme sinkt.
  • Darlehensphase: Lässt sich der Kunde das Darlehen auszahlen, zahlt er in der Regel einen gleichbleibenden Rückzahlungsbetrag zur Verzinsung und Tilgung des Darlehens. Sondertilgungen sind jederzeit ohne Vorfälligkeitsentschädigung möglich.


Bausparsummen dürfen meist nur für wohnwirtschaftliche Zwecke verwendet werden. Eine generelle Ausnahme sind Verträge bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die bei Vertragsabschluss jünger als 25 Jahre alt sind.


Crowdinvesting in Immobilien kennenlernen

Auf zinsbaustein.de können Anleger bereits ab 500 € in Immobilienprojekte investieren und sich bis zu 5,25 % Zinsen p.a. sichern. Melden Sie sich unverbindlich an und erfahren Sie mehr:

  • Wie funktioniert Crowdinvesting?
  • Risikomanagement & Qualitätsstandards
  • Kommende Projektstarts
  • Jetzt anmelden

Lohnt sich Bausparen?

In der Vergangenheit wurden manche Bauspartarife als reines Sparprodukt mit attraktiven Zinsen konzipiert. Solche Angebote gibt es nicht mehr und die Sparzinsen von Bausparverträgen sind meist im Vergleich zu Tages- und Festgeldangeboten niedrig. Bei der Mehrzahl der Angebote liegen sie zwischen 0,1 und 1 % Zinsen p.a.


Wenn der Bausparvertrag für wohnwirtschaftliche Zwecke verwendet wird, kann die Rendite mit mehreren staatlichen Förderleistungen verbessert werden. Darunter fallen:


  • Vermögenswirksame Leistungen
  • Die Wohnungsbauprämie
  • Wohnriester


Dafür wird bei Bausparverträgen eine Abschlussgebühr fällig, die es bei Tages- und Festgeld nicht gibt.


Lohnen sich Bausparverträge trotzdem durch das zinsgünstige Darlehen, das der Kunde in Anspruch nehmen kann? Da es zahlreiche Unterschiede zwischen den Tarifen gibt und die Attraktivität eines Bauspardarlehens von der zukünftigen Zinsentwicklung abhängt, kann diese Frage nicht pauschal beantwortet werden.


Ein Bausparvertrag kann als Versicherung gegen steigende Kreditzinsen verwendet werden, wenn der Kunde die Anschaffung oder Modernisierung einer Immobilie plant. Steigen die Kreditzinsen tatsächlich, hat der Kunde Planungssicherheit und profitiert von dem günstigen Kredit. .


Steigen die Zinsen nicht, kann eine Kombination aus Tages- oder Festgeldsparen und einem höheren Bankdarlehen lukrativer sein – sie muss es aber nicht. Wenn ein Kunde durch seinen Bausparkredit weniger Kapital von der Bank leihen muss, kann er möglicherweise Zinseinsparungen beim Darlehen realisieren. Diese können rentabler sein als die Zinsvorteile von Fest- oder Tagesgeld.


Laut Experten wie der Stiftung Warentest können Bausparverträge insbesondere dann lohnenswert sein, wenn sie für Modernisierungen genutzt werden, denn Banken haben dafür oft keine günstigen Kreditangebote.


Wie hoch sind die Kosten bei Bausparverträgen?

Bei Bausparverträgen gibt es große Kostenunterschiede zwischen den einzelnen Tarifen. Folgende Kosten können anfallen:


  • Eine Abschlussgebühr, der Regel 1,0 – 1,6 % der Bausparsumme beträgt.
  • Bei einigen Tarifen fallen Kontoführungsgebühren an.
  • Früher wurden teilweise Gebühren für die Zuteilung des Darlehens erhoben, welche mittlerweile unzulässig sind.


Welche Laufzeiten haben Bausparverträge?

Wie lange ein Bausparvertrag tatsächlich dauert, ist vom Tarif sowie vom Zeitpunkt abhängig, an dem der Kunde das Darlehen abruft.


Bei der Sparphase gilt eine Dauer von sieben bis acht Jahren als gängig. Die anschließende Tilgung des Darlehens muss in der Regel in sieben bis elf Jahren erfolgen.


Wann können Bausparverträge gekündigt werden?

In der Ansparphase können Bausparverträge jederzeit mit drei- bis sechsmonatiger Frist gekündigt werden. Der Kunde erhält dann das angesparte Kapital inkl. der aufgelaufenen Zinsen. Wenn die Auszahlung schon vor Ablauf der Kündigungsfrist erfolgen soll, kann eine Vorfälligkeitsgebühr von ca. 1 % der Bausparsumme fällig werden.


Ist der Vertrag zuteilungsreif, können Anleger sich ihr Kapital inkl. Zinsen auszahlen lassen. Eine Kündigung ist dazu nicht nötig.


Ist das Darlehen ausgezahlt, kann der Darlehensnehmer jederzeit die Restschuld und die angefallenen Zinsen tilgen. Eine Vorfälligkeitsentschädigung wird dafür nicht erhoben.


Wo gibt es Vergleiche von Bausparverträgen?

Vergleiche von Bausparverträgen werden beispielsweise vom finanzen.net und Tagesgeldvergleich.net angeboten.


Bei der Stiftung Warentest gibt es einen kostenpflichtigen Tarifrechner.


Welche Risiken haben Bausparverträge?

Bausparverträge gelten als ein „sicheres“ Finanzprodukt. Der Kunde erhält eine feste Verzinsung und kann nur dann Kapital verlieren, wenn die Kosten die Zinsen übersteigen.


Gerät eine Bausparkasse in die Insolvenz, greift ein Bausparkassen-Einlagensicherungsfonds. Zusätzlich gehören die meisten Bausparkassen noch einem anderen Sicherungssystem wie dem Sicherungssystem des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (LBS) oder dem Sicherungssystem der genossenschaftlichen Banken (Schwäbisch Hall) an.


Wer in erster Linie ein Sparprodukt sucht, riskiert jedoch Opportunitätskosten. Tages- oder Festgeldangebote können besser verzinst sein und im Gegensatz zu diesen haben Bausparverträge Gebühren, die erst einmal wieder verdient werden muss.


Häufig liegen die Sparzinsen bei Bausparverträgen unter der Inflationsrate, weshalb Sparer einen realen Kaufkraftverlust riskieren.


Außerdem sind sowohl die Spar- wie auch die Tilgungsraten unflexibel und können nicht einfach reduziert werden. Zusätzlich sind die Tilgungsraten meist hoch, weil das Darlehen in wenigen Jahren getilgt werden soll. Das kann manchen Kunden in finanzielle Bedrängnis bringen, wenn die eigene Lebenssituation sich auf unvorhergesehene Weise ändert.


Zusammenfassung: Das Chancen-/Risiko-Profil


Chancen

  • Bausparverträge sind eine Anlage mit geringem Verlustrisiko.
  • Bausparen bietet Kunden die Möglichkeit, sich attraktive Darlehenszinsen
  • Bausparverträge können jederzeit gekündigt werden, wobei eventuell eine Frist von bis zu sechs Monaten greift.


Risiken

  • Die Konditionen bei Bausparverträgen können komplex und schwer zu vergleichen sein.
  • Die Sparzinsen sind oft niedrig, sodass Sparer durch die Inflation an Kaufkraft verlieren können.
  • Die Spar- und Tilgungsraten sind oft unflexibel und die Tilgungsraten sind meist relativ hoch.


Anlagealternative mit bis zu 5,25 % Zinsen p.a.: Investition in Bauprojekte

Möchten Sie mit geringem Kapitaleinsatz und kurzem Zeithorizont am Immobilienmarkt beteiligen? Crowdinvesting bei zinsbaustein.de gibt Ihnen die Möglichkeit, mit Beträgen von 500 bis 10.0000 € direkt in einzelne Immobilienprojekte zu investieren. Die Investitionssumme wird als Darlehen an einen Projektentwickler vergeben und nach einer festgelegten Laufzeit von 12-36 Monaten zurückgezahlt.


Laden Sie sich jetzt unseren kostenlosen Ratgeber herunter und erfahren Sie mehr über die Funktionsweise, Chancen und Risiken dieser Anlageform:


Ratgeber Crowdinvesting als Geldanlage

Um Ihnen eine optimale Nutzererfahrung zu bieten, verwendet diese Webseite Cookies. Durch die Nutzung der zinsbaustein.de-Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.