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Online Geld anlegen: Was sind Zinsportale?

ARTIKEL 27.08.2018

In diesem Artikel unserer Serie „Online Geld anlegen“ lernen Sie die so­genannten „Zinsportale“ kennen, die klassische Bank­anlagen im euro­päischen Aus­land an­bieten. Er­fahren Sie, welche Vor­teile diese Portale bringen und warum „Ein­lagen­sicherung“ nicht gleich „Ein­lagen­sicherung“ be­deutet.


Was sind Zins­portale?

Der Ge­danke hinter den Zins­portalen ist ein­fach: Banken im euro­päischen Aus­land bieten bessere Zinsen als deutsche Geld­häuser, sind aber für hie­sige An­leger schwer zu­gäng­lich. Die Konto­er­öffnung ist meist nur per­sönlich und mit Kennt­nissen der Landes­sprache mö­glich. Dieses Problem lässt sich durch einen pro­fessionellen Ver­mittler lösen.


Zins­portale machen es mö­glich, über einen simplen Online-Prozess die An­gebote aus­ländischer Banken zu nutzen. Sie listen Tages­geld- und Fest­geld­an­gebote ihrer Partner­banken auf, unter denen ein An­leger aus­wählen kann. An­schließend legt dieser bei einem deutschen Treu­händer des Zins­portals ein Konto an, auf das er die ge­wünschte Anlage­summe über­weist.


Der Registrierungs­prozess er­fordert nur eine ein­malige per­sönliche Authentifizierung. Diese kann über das Postident-Ver­fahren oder digital mit dem Videoident-Ver­fahren erfolgen. hierfür ist eine Web­cam oder ein Smart­phone nötig. So­bald dieser Schritt er­folgt ist, kann be­quem in alle auf dem Zins­portal auf­ge­listeten An­ge­bote in­vestiert werden. Das Zins­portal kümmert sich um die Ab­wicklung bei den aus­ländischen Partner­banken.


Mittler­weile wurden auf deutschen Zins­portalen bereits Volumina von rund sieben Milliarden Euro an­ge­legt.


Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

Mindest­anlage­summe

Die Mindest­summen hängen i.d.R. von den Partner­banken und nicht von den Zins­portalen ab. Je nach An­ge­bot sind Summen ab 1.000 € - 5.000 € mö­glich.

Zinsen (Stand 21.08.2018; Daten von Kritische-Anleger.de)

Die er­reich­baren Zinsen hängen in erster Linie von der Lauf­zeit ab.

  • Tages­geld: bis zu 0,75 %
  • 3 Jahre: bis zu 1,50 %
  • 10 Jahre: bis zu 2,20 %
  • Dazu kommen oft ein­malige Willkommens­prämien der Zins­portale von 25-275 €
Ge­bühren

Die An­lage selbst ist kosten­los für An­leger. Länder wie Polen, Portugal und Bulgarien erheben Quellen­steuern auf die Zinsen. Diese können bei der deutschen Ab­geltungs­steuer an­gerechnet werden, je­doch nicht immer komp­lett.

Lauf­zeiten

An­ge­boten werden Tages­geld­an­lagen sowie Fest­geld­an­lagen mit Lauf­zeiten zwischen 1-120 Monaten.

Sicher­heiten An­lagen im euro­päischen Aus­land fallen grund­sätzlich unter die euro­päische Ein­lagen­sicherung. Wa­rum das Ur­sprungs­land der Bank trotz­dem eine Rolle spielt, er­fahren Sie im nächsten Ab­satz.


Was ist das maximale Risiko für Anleger?

Solange sich die Partnerbanken im europäischen Ausland befinden, fallen Anlagen bis 100.000 € unter die europäischen Einlagensicherung.


Anders als häufig angenommen, existiert jedoch kein europäischer Einlagensicherungsfonds. Stattdessen ist jedes Land verpflichtet, eigene Fonds zur Absicherung der lokalen Banken zu schaffen. Die Volumina der Fonds decken meist 0,01 - 3,4 % der gesicherten Einlagen ab.


Eine gemeinsame Einlagensicherung als letzte Instanz ist angedacht. Diese ist allerdings noch umstritten und soll frühestens 2024 umgesetzt werden. Falls in einem Land zusätzliche Mittel zur Rettung von Spareinlagen nötig werden, ist das zunächst das Problem des jeweiligen Staates. Dieser ist gesetzlich nicht dazu verpflichtet, die Einlagen der Sparer zu schützen.


Die Sicherheit einer Bankanlage hängt also indirekt von der Bonität des Lands ab (und davon, ob im Ernstfall die EU unterstützend eingreifen wird).


Gleichzeitig befinden sich die Banken, die besonders attraktive Zinsen bieten, oft nicht in den bonitätsstärksten Ländern. So führen im August 2018 Banken aus Lettland, Malta, Estland und Italien bei dreijährigen Festgeldangeboten.


Ein über den gesetzlichen Mindeststandard hinausgehende Sicherheitsfonds, wie beispielsweise das Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe, gibt es in diesen Ländern nicht.


Wir bezweifeln, dass Länder, deren Wirtschaftskraft von den großen Ratingagenturen keine Topnoten erhält, Sparer im Schadensfall zeitnah entschädigen können. Frühestens 2024 werden die Sicherungssysteme der EU-Staaten nach einer EU-Richtlinie einen einheitlichen Mindeststandard haben.“ (Stiftung Warentest, 2016)


Noch komplizierter wird der Sachverhalt dadurch, dass die zahlungskräftigsten Länder nicht immer die Sicherungsfonds mit der höchsten Abdeckungsrate von Einlagengeldern haben. Glücklicherweise können Interessierte Anleger die Bestände der einzelnen Fonds transparent online einsehen.


Zusammenfassung: Vorteile und Nachteile


Chancen/Vorteile

  • Höhere Zinsen als bei Deutschen Banken
  • Die Anlage selbst ist kostenfrei für Anleger
  • Anleger können mit nur einem Konto die Angebote verschiedener Banken nutzen und beispielsweise ihr Tagesgeld bequem verschieben


Risiken/Nachteile

  • Die Zinsen bewegen sich aktuell häufig um das Inflationsniveau
  • Ausländische Einlagensicherungssysteme erreichen oft nicht das Sicherheitsniveau der deutschen Systeme
  • Manche Länder erheben eine Quellensteuer. Diese lässt sich mit einer Bescheinigung des Finanzamts reduzieren, aber nicht völlig kompensieren. In jedem Fall entsteht bürokratischer Aufwand für den Anleger
  • Bei manchen Angeboten werden die Zinsen aus einer mehrjährigen Anlage erst endfällig ausgezahlt. Dann droht eine Überschreitung des Sparerfreibetrages, die ansonsten vermeidbar wäre


Zum Weiterlesen: Interessante Artikel & Studien

Dontox.de: Zinsportale im Vergleich
Der Artikel listet die Rahmendaten der größten deutschen Portale auf.


Finanztipps.cc: Zinsportale - Chancen und Risiken
Eine relativ umfangreiche Liste von Tipps, worauf Kunden bei der Auswahl eines Angebotes achten sollten.


Kritische-Anleger.de: Der Hofnarr neckt den Kaiser – Einlagensicherungen im Test
Der Artikel wirft einen näheren Blick auf das System der europäischen Einlagensicherungsfonds und Ihr Verhältnis zu den Kundeneinlagen-Summen, die sie absichern müssen.


Tagesgeldvergleich.net: Quellensteuer - Funktionsweise und Höhe im Ausland
Die Tabelle zeigt, wie hoch die Quelle in einzelnen EU-Ländern ist und wie viel in Deutschland angerechnet werden kann.


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