Was sind Aktien? Die Chancen und Risiken 2021

ARTIKEL 18.02.2021

Aktien sind eine der am weitesten ver­breiteten Anlage­formen für Privat­investor*innen. Was sind sie genau, und wie funktioniert die Börse? Wir haben die wichtigsten Informationen verständlich zusammen­gefasst.


Was sind Aktien?

Aktien sind eine Form der finanz­iellen Be­teiligung an einem Unter­nehmen.


Bei einer Aktien-Emission geben die Käufer*innen dem Unternehmen Eigen­kapital und erhalten dafür Unternehmens­anteile. Anders als bei Anleihen haben Aktionär*innen Gesell­schafterstatus, d.h. ihnen gehört ein Teil des Unter­nehmens.


Mit dem Erwerb einer Aktie erhalten die Be­sitzer*innen unter anderem folgende Rechte:

  • Das Recht auf einen Anteil an den Aus­schüttungen des Unter­nehmens
  • Das Recht auf Aus­kunft über die Ent­wicklung des Unter­nehmens
  • Das Recht auf Liquidations­erlöse im Konkurs­fall


Ein Unter­nehmen kann sich ent­scheiden, Gelder an die Aktionär*innen aus­zu­schütten (Dividende) – beispiels­weise, wenn es Bilanz­gewinne er­zielt. Einen Anspruch darauf gibt es allerdings nicht. Wenn unter­nehmerische Gründe dafürsprechen, können die Dividenden­zahlungen un­abhängig von der Bilanz aus­gesetzt werden.


Als Mit­eigentümer*innen ent­scheiden die Aktionär*innen auf einer jähr­lichen Haupt­versammlung gemeinsam über die Zukunft des Unter­nehmens. Durch Ab­stimmungen unter den Aktionär*innen mit Stimm­recht (bestimmte Aktien­typen bein­halten keines) werden folgende Fragen ent­schieden:

  • Genehmigung der Jahres­rechnung und des Budgets
  • Wahl des Vor­stands und Aufsichts­rates
  • Ent­scheidung über die vom Vor­stand geplante Höhe der Dividenden­aus­schüttung
  • Strategie, Übern­ahmen und Kapital­erhöhungen


Es gibt mehrere Aus­nahmen hier­von, wie beispiels­weise die Inhaber*innen von „Vorzugs­aktien“. Sie haben kein Mit­bestimmungs­recht, werden aber bei der Dividenden­aus­schüttung bevorzugt be­handelt und erhalten höhere Be­träge.


Wie werden Aktien gehandelt?

Der klassische Handels­ort für Aktien ist die Börse. Ein außer­börslicher Handel mit Aktien ist eben­falls möglich, kann aber mit Nach­teilen einher­gehen. Dazu können eine geringere Veräußer­barkeit der Aktien und mehr Auf­wand beim Ver­kauf sowie geringere Kontrolle und Be­aufsichtigung der emittierenden Unternehmen ge­hören.


In Deutschland gibt es Börsen in sieben Städten sowie das digitale Handels­system XETRA, über das rund 90 % des Aktien­handels an deutschen Börsen ab­gewickelt werden. Anleger*innen können beim Er­stellen eines Auf­trages angeben, an welchem Handels­platz dieser aus­geführt werden soll.


Wer mit Aktien handeln will, braucht ein Konto („Depot“) zur Ver­wahrung der Aktien. Dieses kann bei fast jeder Bank er­öffnet werden. Alter­nativ gibt es auch Online-Plattformen, die auf das Anbieten von De­pots speziali­siert sind.


Wer den Börsen­handel ohne Risiko testen möchte, kann bei mehreren An­bietern ein kosten­loses „Muster­depot“ er­öffnen. Mit einem Muster­depot können An­leger*innen ohne Kapital­einsatz ein virtuelles Port­folio zusammen­stellen und die Kurs­entwicklung ver­folgen.


Anleger*innen, die sich nicht mit dem Aufbau eines gestreuten Aktienportfolios befassen wollen, können Anteile an verschiedenen Investmentfonds kaufen.


Was ist der Börsenkurs einer Aktie und wie wird er bestimmt?

Der Börsen­kurs ist der aktuelle Preis, zu dem die Aktie an einer Börse ge­handelt wird.


Er wird durch An­gebot und Nach­frage bestimmt. Börsen­makler*innen ver­gleichen kontinuierlich die vor­handenen Kaufs- und Verkaufs­aufträge und legen den Kurs so fest, dass der höchst­mögliche Um­satz er­zeugt wird.


Der Aktien­kurs wird durch die Erwartungen be­einflusst, die Anleger*innen an den zukünftigen Erfolg eines Unter­nehmens haben. Nicht nur die Ent­wicklung des Unter­nehmens selbst, sondern auch Ver­änderungen im be­treffenden Markt sowie politische Faktoren können einen Ein­fluss spielen.


Multipliziert man die An­zahl der Aktien im Umlauf mit dem aktuellen Kurs, erfährt man die „Markt­kapitalisierung“. Diese ist eine Kenn­zahl für den Wert eines Unter­nehmens.


Laufzeiten

Eine Mindest­halte­frist für Aktien gibt es nur in Ausnahme­fällen. Börsen­notierte Aktien sind in der Regel börsen­täglich ver­äußerbar, wenn eine entsprechende Nach­frage besteht. Aktien sind daher tendenz­iell eine sehr liquide Anlage­form.


An­leger*innen müssen sich jedoch am Aktien­kurs orientieren und können Ihre Aktien deshalb nicht immer zum ge­wünschten Preis ver­kaufen. Möglicher­weise er­zielen sie größere Gewinne als an­genommen; eventuell müssen sie Kurs­verluste hin­nehmen, welche sich erst über längere Zeit wieder auf­geholt werden. Der Aus­stieg ist bei Aktien ist weniger plan­bar als beispiels­weise mit Fest­geld oder Anleihen.


Mindestanlage

Eine Mindest­anlage­summe gibt es bei Aktien nicht. Stattdessen hängen die Einstiegskosten vom Preis der Aktie, die gekauft werden soll, ab. Bei kleinen Auf­trägen wirken sich die Transaktions­kosten allerdings stärker auf die Rendite aus.


Wie berechnet man die Rendite einer Aktie?

Die Rendite einer Aktie besteht aus zwei Komponenten:


Rendite durch Dividenden­zahlungen:
Umfasst die Gewinne, die Aktionär*innen durch Aus­schüttungen realisieren.


Sie berechnet sich als Ver­hältnis der Dividenden­zahlung zum Kauf­preis:


(Summe Dividende / Kaufpreis)*100 = Rendite in %


Nach Berechnungen des MAGAZINS BÖRSE ONLINE lag die durch­schnittliche jährliche Dividenden­rendite von DAX-Konzernen im Februar 2019 bei 2,9 %.


Rendite aus Kursg­ewinnen/Verlusten:
Umfasst die Gewinne, die Aktionär*innen beim Ver­kauf einer Aktie durch die Kurs­steigerung in der Zeit, in der er die Aktie gehalten haben, realisieren.


Sie ist das Ver­hältnis der Differenz zwischen Verkaufs­preis und Kauf­preis zum Kauf­preis der Aktie:


((Verkaufspreis-Kaufpreis) / Kaufpreis)*100=Rendite in %


Ist der Verkaufs­preis niedriger als der Kauf­preis, ist die Rendite negativ.


Von 1981 bis 2020 haben die Aktien von Dax-Konzernen im Schnitt jährlich 8,7 % an Wert gewonnen. Die Wert­steigerung verlief jedoch nicht linear, sondern ging mit zeit­weisen Verlusten ein­her, die erst nach einigen Jahren wieder auf­geholt wurden.


Welche Kosten fallen bei Aktien-Investments an?

Beim Kauf und Ver­kauf von Aktien fallen unter­schiedliche Handels­kosten an. Die beiden gängigsten Preis­modelle sind a) eine prozentuale Order­gebühr (bis 1%) mit einer Mindest­gebühr (i.d.R. ab 10 Euro) oder einem fixen Pauschal­preis.

Hinzu kommen noch die Kosten des jeweiligen Börsen­platzes. Diese liegen häufig im Promille­bereich, es gibt jedoch ähnlich wie bei den Order­gebühren des Brokers meist eine minimale und eine maximale Kosten­grenze.


Glossar: Gängige Bezeichnungen auf dem Aktien­markt

  • Blue Chips/Large Caps: Die Aktien großer Unter­nehmen, die ausschlag­gebend für die Ent­wicklung führender Indizes sind. In Deutschland bspw. BASF und Volkswagen, in den USA Apple und McDonald´s. Eine andere Definition fasst unter dem Begriff Unter­nehmen mit mehr als 2 Milliarden Euro Markt­kapitalisierung.
  • Nebenwerte: Alle börsen­notierten Unter­nehmen, die nicht einem lokalen Leit­index (wie beispiels­weise dem DAX), sondern einem Neben­werteleit­index (wie bspw. MDAX) an­gehören.
  • Small Caps: „Kleine“ börsen­notierte Unter­nehmen. In Deutschland um­fasst der Be­griff börsen­notierte Unter­nehmen mit weniger als 0,5 Milliarden Euro Markt­kapitalisierung (USA; weniger als 2 Milliarden Dollar). Der deutsche Leit­index für dieses Seg­ment ist der „SDAX“.
  • Mid Caps: „Mittel­große“ börsen­notierte Unter­nehmen. In Deutschland bedeutet das eine Markt­kapitalisierung zwischen 0,5 und 2 Milliarden Euro, in den USA eine Kapitalisierung zwischen 2 und 10 Milliarden Dollar. Der Index „MDAX“ die wichtigsten deutschen Ver­treter dieses Segments.
  • Pennystocks: Die billigsten Aktien auf dem Markt mit einem Preis von weniger als 1 € pro Aktie (USA: weniger als 5 Dollar). Sie werden oft nur in geringeren Mengen gehandelt als Leit­index­werte und können höhere Verlust­risiken mit sich bringen als „reguläre“ Aktien.
  • Dividenden­aristokraten: Unter­nehmen, die seit 25 Jahren ununterbrochen Gewinne aus­geschüttet und dabei kontinuierlich die Aus­zahlungen er­höht haben.


Welche Auswirkungen hatte die Corona-Krise auf Aktien?

Am Anfang der Corona-Krise im März 2020 kam es zu dramatischen Kurseinbrüchen an den Börsen. Das lag vor Allem an der hohen Unsicherheit darüber, welche Auswirkungen die Pandemie haben und welche Unternehmen betroffen sein würden.

Als die Situation besser absehbar wurde, erholte der Aktienmarkt sich jedoch schnell. Beispielsweise hat der deutsche Aktienindex DAX bereits wieder Rekordstände erreicht, die höher sind als vor Beginn der Pandemie.


Hierbei muss beachtet werden, dass die Aktien von besonders betroffenen Unternehmen (z.B. Hotelbetreiber und Airlines) sich noch nicht erholt haben. Für breit gestreute Aktienportfolios und -indizes waren die Folgen von Corona jedoch bislang nicht dramatisch.


Zusammenfassung: Das Chancen-Risiko-Profil


Chancen

  • An­leger*innen können von Kurs­gewinnen und Dividenden profitieren
  • Aktien sind i.d.R. liquide und börsen­täglich handel­bar
  • Aktien bringen Informations- und Mitbestimmungsrechte mit sich, die es bei Anleihen und sonstigen Schuldverschreibungen nicht standardmäßig gibt.


Risken

  • Es besteht die Möglichkeit von Kurs­verlusten
  • Bei der Insolvenz des Unternehmens können An­leger*innen Ver­luste bis hin zum Total­ausfall er­leiden. Aktionär*innen werden erst nach dem Fremdkapitalaus der Insolven­zmasse be­dient


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