Sachwertefonds: Ein krisensicheres Investment?

ARTIKEL 19.11.2020

In Zeiten von Niedrigzinsen und Krisenängsten werden Sachwertefonds gerne als „stabile Anlagealternative“ vermarktet. Was hat es damit auf sich?


Was sind Sachwerte?

Als „Sachwerte“ werden Anlagegüter bezeichnet, die in physischer Form bestehen und einen materiellen (Nutz-)Wert haben. Vereinfacht gesagt handelt es sich um Geldanlagen, die man „anfassen“ kann.


Als Synonym werden deshalb teilweise die Begriffe „Substanzwerte“ oder „reale Werte“ verwendet.


Typische Beispiele dafür sind:



Das Gegenteil von Sachwerte sind „Geldwerte“, deren Wert auf einem Versprechen beruht. Beispielsweise wird Geld mit dem Versprechen ausgegeben, dass es gegen Waren und Dienstleistungen eingetauscht werden kann. Darüber hinaus hat es keinen praktischen Nutzen.


Was ist ein (Investment-)Fonds?

(Investment-)Fonds sind ein Instrument für eine gemeinsame Geldanlage. Sie bündeln das Kapital vieler Investor*innen zu einer einzelnen Kapitalanlage, die von einer professionellen Vermögensverwaltung gemanagt wird.


Dadurch ermöglichen sie den Zugang zu großen Anlageobjekten oder Wertpapierportfolios, die für eine Person alleine teuer bis unerschwinglich wären.


Dabei gilt eine gesetzliche Unterscheidung zwischen „Publikumsfonds“, die für Privatanleger*innen offenstehen und „Spezialfonds“, an denen sich nur institutionelle Investoren beteiligen dürfen.


Außerdem wird zwischen „Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapiere“ (OGAWs) und „Alternativen Investmentfonds“ (AIFs) unterschieden, für die jeweils andere Regeln und Vorgaben gelten.


  • OGAWs investieren in Wertpapiere wie Aktien, Anleihen, Zertifikate und Derivate. Sie sind in der Regel börsengehandelt und „offen“, d.h. Anleger*innen können jederzeit ihr Kapital zurückholen, in dem sie ihre Fondsanteile an die Fondsgesellschaft zurückgeben.
  • AIFs ermöglichen Investments in Objekte, die keine Wertpapiere sind; beispielsweise dürfen sie Sachwerte direkt kaufen. In der Regel sind sie nicht „geschlossen“, d.h. sie haben eine bestimmte Laufzeit, während die Anleger*innen ihr Kapital nicht zurückfordern können. Außerdem sind sie meist nicht börsengehandelt. Ausnahmen davon sind offene Immobilienfonds und REITs.


Was ist ein Sachwertefonds und welche Arten gibt es?

„Sachwertefonds“ sind Investmentfonds, die bevorzugt in Sachwerte investieren. Klassischerweise wurden AIFs bzw. deren Vorgängerkonstrukt, „geschlossene Fonds“, strukturiert.


Neu ist die Entwicklung, dass auch einige OGAWs explizit als offene und börsengehandelte „Sachwertefonds“ konzipiert werden. Das entsprechende Angebot ist jedoch noch überschaubar.



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Neben ihrer Handelbarkeit unterscheiden sich die beiden Sachwertefonds-Arten vor allem in ihren Investitionsobjekten:


Fondsart OGWAs AIFs

Typische Investitionsobjekte

  • Aktien von rohstofffördernden Unternehmen (Minenbetreiber, Ölförderer etc.)
  • Aktien von Immobilienunternehmenvon Immobilienunternehmen
  • Edelmetall- oder Rohstoffindizes
  • Exchange Traded Commodities (ETCs)
  • Immobilien
  • Flugzeuge
  • Transportcontainer
  • Windkraft- oder Solarprojekte
  • Forstprojekte
  • Infrastrukturprojekte
  • Private-Equity-Unternehmensbeteiligungen


Warum gibt es Sachwertefonds?

Das Konzept eines „Sachwertefonds“ ergibt vor allem aus Diversifizierungsgesichtspunkten Sinn. Beispielsweise können wohlhabende Anleger so Anlageobjekte in ihr Portfolio aufnehmen, die nicht direkt vom Aktienmarkt abhängig sind.


In den letzten Jahren wurden Sachwertefonds zunehmend mit dem Argument der „Sicherheit“ vermarktet. So sollen sie Schutz vor Inflation und seit kurzem auch vor Negativzinsen bieten. Dieses Versprechen basiert auf dem Argument, dass Sachwerte eine „Substanz“ oder einen „Nutzen“ haben und damit bei einer Inflation ebenfalls an Wert gewinnen.


Manche Finanzexperten bewerben Sachwertefonds auch als Schutz vor einem drohenden „Crash“, womit verschiedene Szenarien wie eine Korrektur des „überbewerteten“ Aktienmarktes oder ein Zusammenbruch des Finanzsystems gemeint sein können.


Sind Sachwertefonds eine „sichere Geldanlage“?

Nein, Sachwertefonds sind nicht vor Verlusten geschützt.


Für die Sicherheit von Sachwerten spricht zwar, dass ein materieller Wert der hinter dem Investment steht und die Anleger*innen in der Regel die juristischen Eigentümer des Anlageobjekts sind.


Trotzdem ist der Kapitalerhalt in der Regel nicht garantiert. Auch gefragte Güter wie Immobilien und Gold können vorübergehend an Wert verlieren. Außerdem müssen Anleger*innen bedenken, dass beim Kauf von Sachwertefonds diverse Strukturierungs- und Verwaltungskosten fällig werden, die erst wieder erwirtschaftet werden müssen.


Insbesondere bei Fonds mit geringer Risikostreuung besteht das Risiko von hohen Verlusten, wenn eine Fremdfinanzierung nicht bedient werden kann und die Bank den Sachwert als Sicherheit einfordert.


Ein prinzipielles Argument gegen die Qualität von Sachwerten ist das nicht, doch sollten sich Anleger*innen vor Augen führen, dass sie auch bei Sachwert-Investments Risiken eingehen müssen, um Renditen über dem Sparzins-Niveau zu erreichen.


Welche Chancen und Risiken haben Sachwertefonds?

Chancen

Risiken

  • Anleger*innen können mit Fonds in mehr Sachwerte investieren, als sie alleine kaufen könnten, und so das Risiko streuen.
  • Durch das professionelle Fondsmanagement haben Anleger*innen kaum Verwaltungsaufwand.
  • Sachwerte bieten potenziell Schutz vor Inflation und Negativzinsen.
  • Sachwertefonds ermöglichen die Streuung eines Portfolios auf Anlageobjekte, die nicht direkt vom Aktienmarkt abhängig sind.
  • Sachwertefonds sind in der Regel aktiv gemanaged und können deshalb hohe Strukturierungs- und Verwaltungskosten haben.
  • Sachwerte sind keine „sicheren“ Investments. Es sind Wertverluste möglich.
  • Einen „festen“ Zusammenhang zwischen der Inflation und der Wertentwicklung von Sachwerten gibt es nicht. Einzelne Sachwerte können trotz starker Inflation an Wert verlieren.

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