Der Notgroschen: Wie hoch soll er sein, wie wird er verwahrt?

ARTIKEL 21.06.2021

Wer sich mit dem Thema „Vermögensaufbau“ beschäftigt, stößt früher oder später auf das Konzept des „Notgroschens“. Warum gilt der Aufbau eines Notgroschens als empfehlenswert und wie hoch soll er sein?


Was ist ein „Notgroschen“?

Der „Notgroschen“ ist ein gängiges Konzept für die private Finanzplanung. Es handelt sich dabei um eine Kapitalrücklage für dringende und unvorhergesehene Kosten. Das Konzept ist auch unter dem Synonym „eiserne Reserve“ bekannt.


Ein Notgroschen sollte kurzfristig verfügbar sein und nicht im Wert schwanken. Deshalb ist es ratsam, ihn mit anderen Finanzprodukten zu verwahren als Kapital, welches dem Vermögensaufbau dienen soll.


Da unerwartete Ausgaben in allen Lebensphasen und -lagen auftreten können, lautet eine gängige Empfehlung, zunächst einen Notgroschen anzusparen und erst danach mit Vermögensaufbau-Investitionen zu beginnen.


Warum wird der Aufbau eines Notgroschens empfohlen?

Nicht alles im Leben läuft nach Plan. Jede*r hat bereits ein unvorhergesehenes Ereignis erlebt, bei dem in kurzer Zeit eine beträchtliche Summe bereitgestellt werden musste:

  • Man wird in einen Autounfall verwickelt, den die Versicherung als „selbstverschuldet“ einstuft.
  • Die Krankenkasse zahlt nicht sofort und man muss Geld für eine dringende Behandlung auslegen.
  • Ein Haushaltsgerät gibt den Geist auf und muss ersetzt werden.
  • Ein Haustier bricht sich ein Bein und muss operiert werden.
  • Man erhält eine unerwartete Nachforderung, beispielsweise für eine Steuernachzahlung oder ein Miet-Nebenkostennachzahlung.
  • o In der eigenen vermieteten Immobilie tritt ein Wasserschaden auf und man muss Reparatur- und Ersatzunterkunftskosten bezahlen.

In einer solchen Situation schützt der Notgroschen vor Stress und Existenzsorgen. Er fungiert als eine Art „Versicherung gegen Alltagsrisiken“ und stellt sicher, dass diese nicht sofort zu einem finanziellen Dilemma führen.


Darüber hinaus trägt ein Notgroschen auch zum erfolgreichen Vermögensaufbau bei. Wer Kapital zurücklegt, verzichtet zwar auf Renditechancen und muss potenziell Kaufkraftverluste durch die Inflation hinnehmen; er sichert sich jedoch auch vor hohen Folgekosten ab, die ein tiefes Loch in die eigenen Finanzen schlagen können. Beispiele dafür sind:


  • Die Gläubiger*Innen schalten eine Anwaltskanzlei ein, deren Kosten man tragen muss.
  • Man muss Aktien und Anleihen in einer schlechten Marktphase verkaufen und dadurch hohe Verluste realisieren.
  • Man muss sich zu ungünstigen Konditionen verschulden (bspw. mit einem Dispositionskredit) und hohe Zinsen zahlen.

Diese Risiken können schnell zu Summen führen, die in keinem Verhältnis zu den Renditechancen stehen, die man bei einer Investition des Notgroschens in gängige Geldanlagen gehabt hätte.


Darüber hinaus macht der Notgroschen es möglich, Versicherungen mit Eigenbeteiligung zu nutzen und bei den Beitragssätzen zu sparen.


Crowdinvesting in Immobilien kennenlernen

Auf der Crowdinvesting-Plattform zinsbaustein.de können Anleger*innen bereits ab 500 € in Immobilienprojekte investieren und sich bis zu 5,25 % Zinsen p.a. sichern. Melden Sie sich unverbindlich an und erfahren Sie mehr:


  • Crowdinvesting als Anlageform
  • Risikomanagement & Qualitätsstandards
  • Kommende Projektstarts
  • Jetzt anmelden

Wie hoch sollte ein Notgroschen sein?

Auf diese Frage gibt es keine pauschale Antwort, sondern nur gängige Faustregeln.


Eine davon besagt, dass der Notgroschen in jedem Fall mindestens 5.000 € betragen sollte, um ausreichend für die meisten unerwarteten Aufwendungen zu sein.


Häufig werden die folgenden Richtlinien mit Abhängigkeit zum persönlichen Status empfohlen:


  • Angestellte: Drei Netto-Monatsgehälter
  • Immobilienbesitzer*Innen: Bis zu sechs Netto-Monatsgehälter
  • Selbständige: Sechs Netto-Monatseinnahmen

Darüber hinaus hängt die „ideale“ Höhe des Notgroschens von den Lebensumständen der jeweiligen Person ab. Beispielsweise haben Familien mehr Potenzial für unerwartete Kosten als Alleinstehende und können schwerer ihre Ausgaben reduzieren.


Auch die Sicherheit des eigenen Einkommens spielt eine Rolle. Wer mit einem baldigen Verlust seines einzigen Einkommens rechnen muss, kann mit einem größeren Notgroschen mehr Sicherheit schaffen. Wer dagegen ein gestreutes Einkommen aus mehreren Quellen (Hauptberuf, Nebenerwerb, Kapitalerträge, vermietete Eigentumswohnung etc.) hat, kann sich eventuell auf eine kleinere Reserve verlassen.


Ein weiterer wichtiger Faktor ist das persönliche Sicherheitsempfinden. Manche möchten für 12 Monate abgesichert sein, um sich sorgenfrei zu fühlen; für Andere ist eine Reserve von drei Monaten ausreichend. Eine starre Antwort, wann eine Person „ausreichend vorgesorgt“ hat, gibt es hierbei nicht.


Wie kann ein Notgroschen verwahrt werden?

Gerade in der anhaltenden Niedrigzinsphase steht man vor der Versuchung, den Notgroschen renditestark anzulegen und so Kaufkraftverluste durch die Inflation zu vermeiden. Jedoch eignet sich nicht jedes Finanzprodukt dafür, im Ernstfall als Notgroschen verwendet zu werden!


Idealerweise sollte das Kapital schnell und einfach verfügbar sein, jedoch außerhalb des persönlichen „Sichtbereiches“ (wie beispielsweise dem Girokonto für normale Ausgaben). Sonst entsteht schnell die Verlockung, das Geld für unnötige Spontankäufe einzusetzen.


Geeignete Finanzprodukte

Als „Parkplatz“ für den Notgroschen eignet sich ein Tagesgeldkonto. Sein Wert schwankt nicht und es kann täglich abgerufen werden. Achtung: Nicht jedes Tagesgeldkonto ist komplett flexibel – bei einigen Angeboten gibt es Limits, wie viel Geld in einem bestimmten Zeitraum abgehoben werden kann.


Das primäre Risiko beim Tagesgeld ist die Insolvenz der Bank, die das Tagesgeld verwahrt; Bei Banken mit Sitz in der Europäischen Union sind Tagesgeldkonten jedoch im Rahmen der gesetzlichen Einlagensicherung bis zu einer Summe von 100.000 € pro Kunde abgesichert. Anleger*Innen sollten beachten, dass es aktuell noch keinen gesamteuropäischen Einlagensicherungsfonds gibt, sondern jedes Land einen eigenen Fonds stellt. Bei einem Investment in einem bonitätsschwachen Land erhalten Anleger*Innen vielleicht etwas höhere Zinsen, setzen aber ihr Geld auch einem höheren Risiko aus.


Auch ein klassisches Sparkonto bietet ein hohes Maß an Sicherheit und kann schnell abgerufen werden. Jedoch ist ein Überweisungslimit von maximal 2.000 € pro Monat gängig, sodass es sich eher weniger für die Verwahrung eines kompletten Notgroschens eignet.


Ungeeignete Finanzprodukte

Aktien und Anleihen können zwar börsentäglich veräußert werden, jedoch schwankt ihr Wert in Abhängigkeit zum aktuellen Börsenklima. Gute Gewinnchancen haben nur Personen mit langfristigem Anlagehorizont, die ihre Wertpapiere flexibel veräußern können. Als Parkplatz für den Notgroschen eignen Sie sich deshalb nicht.


Gold, Silber und Diamanten werden gerne zur persönlichen Absicherung gekauft; für einen Notgroschen sind sie jedoch ebenfalls ungeeignet. Auch ihr Wert schwankt und kann zeitweise deutlich unter den „Kaufkurs“ fallen. Des Weiteren sind sie nicht sonderlich liquide – wer sich vor dem Verkauf nicht umfassend informiert und verschiedene Anbieter vergleicht, kann auf ein unvorteilhaftes oder gar unseriöses Angebot hereinfallen.


Ein Festgeldkonto schwankt nicht, doch es bindet das Kapital für eine gewisse Zeit. Somit ist es zu unflexibel, um für kurzfristige Ausgaben eingesetzt zu werden.


Geldanlage mit bis zu 5,25 % Zinsen p.a.: Investition in Bauprojekte

Möchten Sie mit geringem Kapitaleinsatz und kurzem Zeithorizont am Immobilienmarkt beteiligen? Crowdinvesting bei zinsbaustein.de gibt Ihnen die Möglichkeit, mit Beträgen von 500 bis 25.000 € direkt in einzelne Immobilienprojekte zu investieren. Die Investitionssumme wird als Darlehen an einen Projektentwickler vergeben und nach einer festgelegten Laufzeit von 12-36 Monaten zurückgezahlt.


Laden Sie sich jetzt unseren kostenlosen Ratgeber herunter und erfahren Sie mehr über die Funktionsweise, Chancen und Risiken dieser Anlageform:


Ratgeber Crowdinvesting als Geldanlage