Kurzfristige Geldanlage 2021 - Diese Optionen gibt es

ARTIKEL 02.02.2021

Der baldige Ruhestand, eine geplante Anschaffung oder die Bildung einer „Notreserve“: Es gibt zahlreiche Gründe dafür, kurzfristige Geldanlagen zu nutzen.


Wer sein Geld nicht jahrzehntelang in eine „Buy and Hold“-Aktienstrategie, einer Immobilie oder einer geschlossenen Beteiligung binden will, kann auf mehrere Anlagealternativen zurückgreifen. Dieser Artikel stellt die gängigsten Produkte sowie ihre Chancen und Risiken vor.


Was ist eine kurzfristige Geldanlage?



Eine einheitliche Definition des Konzeptes „kurzfristige Geldanlage“ gibt es nicht.


Zur Vereinfachung lassen sich Geldanlagen, welche als „kurzfristig“ bezeichnet werden können, in zwei Kategorien einteilen:


  • Geldanlagen, bei denen Kapital täglich verfügbar ist.
  • Geldanlagen mit einer Laufzeit von weniger als fünf Jahren.


Kurzfristige Geldanlagen erfordern Kompromisse

Vor einem Vergleich kurzfristiger Geldanlagen sollten Anleger*innen sich bewusst sein: Ein kurzer Anlagehorizont hat seinen Preis.


Die als „magisches Dreieck der Geldanlage“ bekannte Faustregel besagt: Die drei Faktoren Rendite, Sicherheit und Liquidität (Verfügbarkeit) stehen bei der Geldanlage im Konflikt zueinander. Wenn ein Anleger*innen Wert auf einen Faktor legen, müssen sie Abstriche bei den Anderen machen.


Visualisierung des „magischen Dreiecks der Geldanlage“


Wer nur kurzfristig anlegen will, das heißt den Faktor „Verfügbarkeit“ stark priorisiert, muss entweder hohe Risiken eingehen oder eine relativ geringe Rendite in Kauf nehmen.


Bei Geldanlagen, die erstklassige Renditen bei kurzer Laufzeit und hoher Sicherheit versprechen, ist Vorsicht geboten: es handelt sich potenziell um unseriöse Angebote, welche die Risiken einer Investition nicht aufrichtig darstellen.


Täglich verfügbare Anlagemöglichkeiten


1. Möglichkeit: Tagesgeld

Beim Tagesgeld leihen Anleger*innen Ihr Kapital einer Bank, welche dafür Zinsen zahlt. Die Einlage kann täglich abgezogen oder gekündigt werden.


Üblich sind Angebote ohne festgelegten Zins, sodass die Bank ihre Konditionen täglich an den Markt anpassen kann. Die Verzinsung wird in der Regel monatlich ausgezahlt.


Bei Banken mit Sitz in der Europäischen Union sind Tagesgeldkonten im Rahmen der gesetzlichen Einlagensicherung bis zu einer Summe von 100.000 € pro Person abgesichert.


Die Sicherheit und Verfügbarkeit sind beim Tagesgeld also sehr hoch, doch liegt die Rendite unter dem Inflationsniveau. Im Durchschnitt zahlen europäische Banken 0,09 % Zinsen p.a. auf eine Einlage von 5.000 € (Stand 29.01.2021; Daten von Tagesgeldvergleich.net)


Tipp
Bei „Zinsportalen“ können Anleger*innen Tages- und Festgeldangebote von Banken aus dem Europäischen Ausland vergleichen. In der Regel erhalten sie dort höhere Zinsen als bei Deutschen Instituten und profitieren trotzdem von der Einlagensicherung. Diese ist allerdings bisher in Form von nationalen Einlagensicherungsfonds organisiert, einen EU-weiten Fonds gibt es noch nicht (Stand 01/2021).


2. Möglichkeit: Kryptowährungen

„Kryptowährungen“ sind digitale Währungen, welche dezentral verwaltet werden. Die Transaktionen werden durch Netzwerke von vielen online verbundenen Rechnern abgewickelt.


Bei einer „ Investition in Kryptowährungen“ tauschen Anleger*innen Fiatgeld in eine Kryptowährung, weil sie auf Kursgewinne spekulieren.


Ihre bisherige Hochphase erlebten die „Krypto-Investments“ im Jahr 2017, als es zu enormen Preisanstiegen bei Bitcoin, der bekanntesten Kryptowährung kam. Es folgte ein „Boom“ mit hohem medialen Interesse und zahlreichen Investitionen in verschiedene Währungen.


Die hohe Volatilität von Kryptowährungen bietet jedoch nicht nur kurzfristige Gewinnchancen, sondern auch ein hohes Risiko von Verlusten bis hin zum Totalausfall.


Kryptowährungen sind nicht mit einem realen Gegenwert gedeckt und viele von ihnen haben noch keine praktische Anwendungsmöglichkeiten. Ihr Wert hängt allein von der Bereitschaft Dritter ab, die entsprechende Kryptowährung gegen Fiat-Geld, Waren oder Dienstleistungen zu tauschen.


Außerdem hat der Kryptowährungsmarkt zwischendurch einiges an seiner Dynamik verloren. Beispielsweise konnte die Währung Bitcoin lange Zeit nicht ihr Allzeithoch von Anfang 2018 übertreffen. Erst seit Ende 2020 gibt es wieder eine Preisrallye mit neuen Rekorden. Ob es sich um eine „Blase“ handelt oder der große Aufstieg des Kryptomarktes noch bevorsteht, ist umstritten.


3. Möglichkeit: Daytrading

Daytrading ist der kurzfristige Handel mit Wertpapieren. Daytrader*innen kaufen Wertpapiere und veräußert diese meist noch am gleichen Tag.


Um innerhalb des kurzen Zeitraums greifbare Gewinne erzielen zu können, setzen sie „Hebelprodukte“ („Leverages“) ein. Sie finanzieren nur einen Anteil eines „Trades“ mit eigenem Geld und leihen den Rest von ihrem Broker als kurzfristigen Kredit. Dadurch vervielfachen sich minimale Kursgewinne, aber auch Verluste.


Daytrading wird häufig mit „schnellem Reichtum“ assoziiert. Es geht jedoch auch mit hohen Risiken einher und benötigt viel Aufwand. Durch den Einsatz von Fremdfinanzierungen kann es zu massiven Nachschusspflichten kommen, wenn ein Broker diese nicht vertraglich ausschließt.


Dementsprechend stellen Studien immer wieder fest, dass die Mehrzahl der Daytrader*innen langfristig gesehen Verluste erzielt. In einer Studie des amerikanischen Finanzökonomen Brad Barber waren es mehr als 99 % der beobachteten Investor*innen.


Anlagemöglichkeiten mit weniger als 5 Jahren Laufzeit


4. Möglichkeit: Festgeld

Auch beim Festgeld leihen Anleger*innen ihr Geld einer Bank. Anders als beim Tagesgeld ist das Kapital jedoch für eine fest vereinbarte Laufzeit gebunden und der Zinssatz fixiert. Die Bank hat dadurch mehr Planungssicherheit und kann höhere Zinsen bieten als beim Tagesgeld.


Üblich sind Laufzeiten ab drei Monaten, sodass Anleger*innen Festgeld auch für kurzfristige Investments nutzen können.


Ansonsten ähneln die Konditionen des Festgeldes denen des Tagesgeldes. Bei Banken mit Sitz in der Europäischen Union sind Festgeldkonten ebenfalls bis zu einer Summe von 100.000 € pro Person abgesichert.


Die Zinsen betragen durchschnittlich 0,40 % p.a. für zwölfmonatiges Festgeld (Stand 02.02.2021; Daten von Tagesgeldvergleich.net).


5. Möglichkeit: Peer-to-Peer Kredite/ Crowdlending

Beim „ Crowdlending“ handelt es sich um digitale Kreditvermittlung, bei welcher sich Privatpersonen untereinander Geld leihen. Als Kreditnehmer treten zudem auch kleine oder mittelständische Unternehmen auf.


Crowdlending zeichnet sich durch sehr geringe Mindestsummen und eine Auswahl verschiedener Risikoklassen aus. Dadurch können sich alle Anleger*innen ein gestreutes Portfolio nach ihren Wünschen aufbauen.


Marktüblich sind Laufzeiten von 1-5 Jahren pro Kredit, sodass sich Crowdlending für eine kurzfristige Anlage eignet.


Die in Aussicht gestellten Renditen reichen bei deutschen Plattformen von 2,5 % p.a. bis rund 10 % p.a. (in Abhängigkeit von der Bonität des Schuldners).


Crowdlending fällt nicht unter die gesetzliche Einlagensicherung. Können Schuldner*innen einen Kredit nicht mehr bedienen, drohen den Anleger*innen Verluste bis hin zum Totalausfall. Manche Plattformen nutzen Kapitalpools oder bieten „Buy-Back Garantien“, d.h. kaufen ausgefallene Kredite mit Abschlag zurück.


6. Möglichkeit: Crowdinvesting in Immobilien

Die Anlageform „ Crowdinvesting in Immobilien“ ermöglicht Anleger*innen, sich mit kleinen Beträgen an Immobilien-Projektentwicklungen zu beteiligen. In der Regel werden keine Immobilien gekauft, sondern Darlehen für Bauprojekte vergeben.


Da diese meist in überschaubarer Zeit umgesetzt werden können, bietet auch das Crowdinvesting in Immobilien kurzfristige Laufzeiten von 12-36 Monaten.


Projektentwickler erhalten über Crowdinvesting Eigenkapitalersatz und können so Finanzierungslücken in Ihren Projekten schließen oder zusätzliche Projekte umsetzen.


Wenn ein Immobilienprojekt scheitert, können Anleger*innen Verluste bis zum Totalausfall erleiden. Wird erst erfolgreich abgeschlossen, erhalten Sie 5-7 % Zinsen p.a. Bisher sind im deutschsprachigen Raum 1,2 % der finanzierten Immobilienprojekte in Schieflage geraten, ca. 50 % der Beteiligungen laufen noch (Stand Februar 2021; Daten von Crowdinvest.de).


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