Kleine Summen anlegen 2021: Vier Möglichkeiten für Investor*innen mit wenig Geld

ARTIKEL 03.02.2021

Finanzautor*innen mahnen regelmäßig: Wer nur auf klassische Bankprodukte setzt, verliert Kaufkraft. Gleichzeitig suchen viele Kleinanleger*innen nach sinnvollen Anlageformen, die ihnen ohne fünfstellige Mindestsummen offenstehen. Wir zeigen vier Möglichkeiten auf, um kleine Summen gewinnbringend einzusetzen.


Einleitung: 500 € anlegen - lohnt sich das?

Wer langfristig nur mit begrenzten Summen planen kann, steht vor der Frage: Lohnt sich das Investieren überhaupt? Wer 500 € mit 5 % Zinsen anlegt, erhält im ersten Jahr 25 € Zinsen. Was soll Sparer*Innen mit dieser Summe anfangen?


Trotzdem kann die Investition beachtliche Früchte tragen, wenn sie mit einem langfristigen Anlagehorizont erfolgt. Möglich wird das durch den sogenannten „Zinseszinseffekt“: werden die Zinsen kontinuierlich reinvestiert und ebenfalls verzinst, wachsen die Erträge exponentiell.


Legen Sparer*innen die 500 € 30 Jahre lang bei 5 % Zinsen an, erhalten sie mit Zinseszinsen insgesamt 2.160,97 € zurück – ihr eingesetztes Kapital hat sich also mehr als vervierfacht.


Im Umkehrschluss kumulieren sich auch die inflationsbedingten Preissteigerungen von Waren und Dienstleistungen. Solange die Verzinsung klassischer Sparprodukte unter der Inflationsrate liegt, verlieren die Sparer*innen an Kaufkraft.


Tipps

Generelle Hinweise für das Anlegen kleiner Summen

  • Es gibt Finanzprodukte, die bei kleinen Investitionen überproportional hohe Gebühren kosten. Wenn Anleger*innen nicht sorgfältig auf die Kosten achten, können diese die Rendite aufzehren.
  • Das gesamte Vermögen in Anlagen mit fester Laufzeit zu binden, ist ein Risiko. Wer kein Polster an sofort verfügbarem Geld besitzt, gerät bei unerwarteten Ausgaben schnell in eine Notlage. Hierfür bieten sich beispielsweise Tagesgeldangebote an.
  • Anlagen mit mehr als 3 Jahren Laufzeit verhindern möglicherweise, dass Anleger*innen von steigenden Zinsen profitieren können. Gleichzeitig können sie vor fallenden Zinsen schützen.
  • Auch bei kleinen Beträgen ist eine Streuung möglich und kann das Risiko von hohen Verlusten mindern.



Finanzielle Weiterbildung

Wer ohne finanzielle Grundbildung anlegt, zahlt meist „Lehrgeld“ in Form von überteuerten oder verlustreichen Finanzprodukten. Es gibt jedoch zahlreiche Möglichkeiten, von den Erfahrungen anderer zu profitieren und damit die eigene Fehlerquote zu reduzieren.


Eine Investition in finanzielles Wissen bringt keine direkte Rendite ein. Das Wissen kann sich aber auszahlen, wenn Anleger*innen dadurch bessere Entscheidungen treffen. Beispielsweise können sie Produkte mit hohen versteckten Kosten oder Angebote mit schlechtem Chancen-/Risiken-Verhältnis leichter erkennen und meiden.


Viele Materialien zu Finanzthemen sind in Form von Blogs und Videos kostenlos verfügbar. Wer sich mit diesen Quellen Finanzwissen aufbauen will, muss jedoch einige Zeit investieren.


Wer etwas Geld bezahlt, kann die wichtigsten Informationen komprimiert in Form von Büchern, Kursen oder Coachings erhalten. Der Einsatz von Geld kann also den Zeitaufwand verringern, der für die Einarbeitung in das Thema nötig ist.


Crowdinvesting in streng ausgewählte Immobilienprojekte

Auf der Crowdinvesting-Plattform zinsbaustein.de können Anleger*innen bereits ab 500 € in Immobilienprojekte investieren und sich bis zu 5,25 % Zinsen p.a. sichern. Melden Sie sich unverbindlich an und erfahren Sie mehr:


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Eine Alternative ist eine Beratung durch Honorarberater*innen für Finanzprodukte. Honorarberater*innen erhalten eine Vergütung für ihre Beratungsleistung, vertreten dafür aber auch den Anspruch, unabhängige und auf die Bedürfnisse ihrer Kundschaft ausgerichtete Empfehlungen zu treffen. Bei langfristigen Anlage- oder Versicherungsprodukten können die potenziellen Kosteneinsparungen das Honorar für die Beratung deutlich übertreffen.


Fondssparplan

Bei einem Fondssparplan zahlen Anleger*innen monatlich eine feste Summe in einen oder mehrere Aktien-, Renten- oder Immobilienfonds ihrer Wahl ein. Bei vielen Brokern ist das ab einer Mindestsumme von 25 € pro Monat möglich.


Die Sparraten sind dabei meist flexibel veränderbar. Anleger*innen können jederzeit auf ihr Geld zugreifen, indem sie die erworbenen Fondsanteile verkaufen.


Die Anlage ist bereits durch die verschiedenen Werte, in die der Fonds investiert, diversifiziert. Börsengehandelte Indexfonds bieten eine breite Diversifikation und sind meist kostengünstig im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds.


Da die Aktien- und Anleihekurse schwanken, kann der Wert eines Fondssparplans zwischenzeitlich unter den eingezahlten Wert fallen. Mit langem Anlagehorizont können die Verluste eventuell aufgeholt werden. Viele Börsenexpert*innen gehen davon aus, dass die Kurse von breit gestreuten Aktienportfolios sich über einen Zeitraum von 10+ Jahren gesehen mit hoher Wahrscheinlichkeit positiv entwickeln.


Dabei ist Vorsicht geboten: Diese Hypothese basiert auf Betrachtungen früherer Kursentwicklungen über 60-80 Jahre. Aus rein historischen Daten lässt sich nicht ableiten, dass diese Wertentwicklung immer gegeben sein wird.


Wenn Arbeitnehmer*innen Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen haben, können sie diese im Rahmen von Fondssparplänen in zugelassene Fonds anlegen.



Kurzprofil: Vorteile und Nachteile von Fondssparplänen

Vorteile Nachteile
Auf mittlere bis lange Sicht hohe Durchschnittsrenditen möglich

Totalverlust möglich
Flexible monatliche Besparung möglich

Rendite nicht planbar
Hohe Verfügbarkeit, Anteile sind börsentäglich handelbar

Wertschwankungen können zu Verlusten führen, die erst über viele Jahre oder gar nicht aufgeholt werden können


Crowdlending

Beim „Crowdlending“ handelt es sich um digitale Kreditvermittlung, die unabhängig von Banken abgewickelt wird. Online-Plattformen bringen Anleger*innen, die nach alternativen Investitionsangeboten suchen, mit Kreditnehmer*innen zusammen, die keinen klassischen Bankkredit in Anspruch nehmen möchten oder können.


Anleger*innen können also „selbst die Bank sein“, anstatt Ihr Geld einem Institut zur Verfügung stellen, das es weiterverleiht und einen relativ hohen Anteil der Zinsen einbehält. Kreditanfragen können von Privatpersonen oder Unternehmen gestellt werden.


Crowdlending ist beispielsweise für junge Unternehmen oder Selbstständige interessant, für die eine Kreditaufnahme bei der Hausbank mühevoll und zeitaufwändig wäre.


Anleger*innen können sich je nach Plattform ab 25 € an einem Privatkredit beteiligen und direkt entscheiden, wem sie ihr Geld zur Verfügung stellen. Je nach Risikoklasse des Kredits stehen dafür 4-15 % Zinsen p.a. in Aussicht. Davon gehen rund 1 % der Anlagesumme als Gebühren ab. Ein Totalverlust bei einzelnen Krediten ist nicht ausgeschlossen, denn wie immer geht eine höhere Rendite mit einem höheren Risiko einher.


Kurzprofil: Vorteile und Nachteile von Crowdlending

Vorteile Nachteile

Höhere Zinsen als klassische Bankprodukte


Totalverlust möglich

Schneller und bequemer Anlageprozess ohne Depot


Beim Crowdlending zahlen i.d.R. Kreditgeber*innen und Kreditnehmer*innen Gebühren

Durch geringe Mindestsummen ist Diversifizierung möglich


Diversifikation aufwändig, da merklicher Wettbewerb um Angebote mit attraktivem Rendite/Risiken-Profil besteht


Manche Plattformen bieten “Buy-Back Garantien", d.h. Kaufen ausgefallene Kredite mit Abschlag zurück

Viele Plattformen bieten eine Autoinvest-Option, die wie ein Sparplan funktioniert und Anlagesummen automatisch verteilt


Immobilien-Crowdinvesting

„Immobilien-Crowdinvesting“ erlaubt Anleger*innen, sich mit kleinen Beträgen an Immobilien-Projektentwicklungen zu beteiligen. Es werden keine Immobilien gekauft, sondern Darlehen für Bauprojekte vergeben.


Kleinanleger*innen erhalten damit Zugang zu einer Anlageform, die bisher sehr exklusiv war. Durch die sechs- bis siebenstelligen Einstiegssummen und die nötigen Immobilienkenntnisse konnten sich meist nur professionelle Investor*innen an Projektentwicklungen beteiligen.


Crowdinvesting-Plattformen schlagen hier eine Brücke zwischen Anleger*innen und Projektentwickler. Sie nehmen Kontakt zu Projektentwicklern auf und wählen Projekte aus, um sie Anleger*innen zu präsentieren. Diese können sich über jedes Projekt einzeln mit Projektbeschreibung, Lageplan etc. informieren und in die Angebote investieren, die sie persönlich überzeugen.


Die meisten Plattformen erlauben Investitionen ab 500 Euro und bieten dafür Zinsen von über 5 % p.a. Ein Investment ist meist komplett kostenfrei für Anleger*innen, da die Plattformen sich über Gebühren der Projektentwickler finanzieren. Mit 12-36 Monaten sind die Kapitalbindungsfristen zudem kürzer als beispielsweise bei geschlossenen Immobilienfonds.


Falls ein Immobilienprojekt Insolvenz anmelden muss, ist ein Verlust der eingesetzten Investitionssumme möglich. Seit einigen Jahren setzt ein Teil der Crowdinvesting-Plattformen deshalb Forderungsankäufe ein, um die Darlehen mit Besicherungen versehen zu können.



Kurzprofil: Vorteile und Nachteile von Immobilien-Crowdinvesting

Vorteile

Nachteile

Renditen von über 5 %

Totalausfallrisiko bei Insolvenz des Immobilienprojekts


Keine Gebühren für Anleger*innen


Angelegtes Kapital ist nicht liquide, wird erst zu Laufzeitende zurückgezahlt


Schneller und bequemer Anlageprozess ohne Depot


Investitionen werden meist endfällig verzinst. Es gibt keinen Zinseszinseffekt während der Laufzeit eines Projekts


Kurze Laufzeiten von 12-36 Monaten


Diversifikation über mehrere Projekte möglich



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