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Was sind aktive Investmentfonds? Die Chancen und Risiken

ARTIKEL 11.03.2019

Investmentfonds sind ein klassisches Vehikel für die Kapitalanlage. Wie genau funktionieren sie, und was sind ihre Chancen und Risiken?


Was sind aktive Investmentfonds?

Investmentfonds sammeln Gelder von Anlegern ein und investieren diese in verschiedene Wertpapiere. Dadurch soll eine diversifizierte Anlage aufgebaut werden, ohne dass die Anleger alle Wertpapiere einzeln kaufen und verwalten müssen. Sie sparen Zeit und können mit geringeren Summen investieren, als der Kauf aller einzelnen Wertpapiere im Fonds kosten würde.


Bei einem „aktiven“ Fonds entscheidet ein Fondsmanager, in welche Wertpapiere die Investments der Anleger fließen. Dieser hat bei der Auswahl keine freie Hand, sondern agiert im Rahmen von bindenden Anlagebedingungen, welche die Investoren vor dem Kauf des Fondsanteils einsehen können.


Das Ziel von aktiven Fonds ist es, durch die gezielte Auswahl der Wertpapiere höhere Renditen zu erwirtschaften als ein Vergleichsindex. Vergleichsindizes werden häufig mit Bezug auf Wertpapiere, Investitionsregionen und Industrien gewählt. So kann ein auf deutsche Aktien fokussierter Fonds seine Wertentwicklung mit dem Deutschen Aktienindex DAX vergleichen. Ein Fonds, welcher in die Aktien deutscher Technologieunternehmen investiert, kann den Index TecDAX als Benchmark nutzen.


Als „aktiv“ werden in der Regel nur Fonds bezeichnet, welche in Finanzinstrumente investieren. Offene Immobilienfonds sowie geschlossene Fonds fallen nicht unter die Bezeichnung.


Das Gegenteil von aktiven Fonds sind „passive Fonds“, welche automatisiert einen Vergleichsindex abbilden. So bietet ein Dax-Indexfonds Anlegern die Möglichkeit, an der relativen Wertentwicklung des DAX teilzuhaben.


Welche Arten von aktiven Investmentfonds gibt es?

Aktive Investmentfonds werden meist anhand der Wertpapiere, in welche sie investieren dürfen, unterteilt.


  • Aktienfonds investieren überwiegend in Aktienpapiere.
  • Rentenfonds investieren größtenteils in festverzinsliche Wertpapiere wie zum Beispiel Pfandbriefe, Staatsanleihen und Unternehmensanleihen.
  • Währungsfonds investieren in Fremdwährungen und setzen darauf, dass sich mit Wechselkursveränderungen Renditen erzielen lassen.
  • Rohstofffonds investieren in der Regel in die Aktien von Unternehmen, die sich mit der Wertschöpfung und der Verarbeitung von Rohstoffen beschäftigen. Das soll Anlegern die Möglichkeit bieten, von der Nachfrage nach bestimmten Rohstoffen zu profitieren.
  • Geldmarktfonds investieren nur in kurz laufende Instrumente des Geldmarkts wie Termingelder, Anleihen und Schuldscheindarlehen.
  • Mischfonds legen gleichzeitig in verschiedene Wertpapierklassen an, wie beispielsweise Aktien und Renten.
  • Dachfonds investieren in mehrere andere Fonds, um ein hohes Maß an Diversifikation sicherzustellen.


Zusätzlich können Anleger häufig zwischen zwei Anlageformen wählen: ausschüttend und thesaurierend.


Ausschüttende Fonds zahlen in der Regel jährlich die Zinsen oder Dividenden ihrer Wertpapiere an den Anleger aus. Thesaurierende Fonds dagegen reinvestieren die Erträge automatisch in den Fonds und steigern damit den Wert der Anteile.


Sind aktive Fonds besser als passive Fonds?

Seit Jahren wird in der Finanzbranche diskutiert, ob Anleger lieber in aktive oder passive Fonds investieren sollten. Im Kern der Kontroverse steht die Frage, welche Fondsklasse im Durchschnitt höhere Renditen für Anleger erwirtschaften kann.


  • Häufige Argumente für aktive Fonds sind:
    • Durch die gezielte Auswahl von Wertpapieren besteht die Chance auf Überrenditen im Vergleich zu Indizes, welche es bei Indexfonds per Definition nicht geben kann.
    • Ein Fondsmanager kann Verwerfungen in einzelnen Märkten vorhersehen und flexibel reagieren, um die Anleger vor hohen Verlusten zu bewahren.
  • Häufige Argumente gegen aktive Fonds sind:
    • Im Vergleich zu passiven Fonds haben aktive Fonds hohe Verwaltungskosten, welche erst einmal wieder erwirtschaftet werden müssen.
    • Die Börse reagiert häufig so unvorhersehbar, dass auch Profis keine validen Prognosen treffen können.
    • Fondsmanager stehen unter ständigem Rechtfertigungsdruck und haben wenig Spielraum für risikoreiche Investments, mit denen sich potenziell hohe Überrenditen erzielen lassen.


Fakt ist: Immer wieder stellen Studien fest, dass ein bedeutsamer Teil der aktiven Fonds seinen Vergleichsindex auf kurze und mittlere Sicht nicht schlagen kann.


Der Indexanbieter S&P Global betreibt das Projekt „ SPIVA“, einen Vergleich von 10.000 aktiven Fonds mit S&P Indizes. 76,49 % der amerikanischen Large-Cap Aktienfonds und 74,30 % der Europäischen Aktienfonds können ihren Index über fünf Jahre lang nicht schlagen.


Nach einer Studie der Ratinggesellschaft Scope konnten im Jahr 201753 % der aktiven Aktienfonds den Vergleichsindex schlagen. Scope weist darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit, einen aktiven Fonds mit Überrendite zu wählen „kaum besser als ein Münzwurf“ ist.


Das Morningstar Aktiv-Passiv Barometer untersucht langfristig, welche aktiven Fonds am Markt bleiben und ihren Index schlagen können. Nur 19 % der untersuchten Aktienfonds und 20 % Rentenfonds überlebten 15 Jahre lang und übertrafen über diese Zeit den Durchschnitt der passiven Vergleichsfonds (nach Kosten). Insbesondere die Kosten stellten sich als ein wichtiger Faktor heraus: Betrachtet man nur das günstigste Quintil der aktiven Fonds, konnten 60 % der Aktienfonds und 56 % der Rentenfonds über 10 Jahre den Durchschnitt der passiven Vergleichsfonds schlagen.


Wo und wie können Anleger Anteile an aktiven Investmentfonds kaufen?

Um einen Fondsanteil zu kaufen, benötigen Anleger ein Depot. Sie können entweder ein klassisches Wertpapierdepot nutzen oder über manche Gesellschaften ein Fondsdepots eröffnen, in welches nur die Fondsanteile eingelagert werden können.


Fondsanteile können auf zwei Wegen erworben werden:


Kauf bei der Fondsgesellschaft:

Beim Kauf bei der Fondsgesellschaft zahlen Anleger einen offiziellen Ausgabepreis, welcher meist börsentäglich von der Fondsgesellschaft festgelegt wird. In der Regel ist ein Kauf bei der Fondsgesellschaft mit einem Ausgabeaufschlag verbunden. Manche Fondsgesellschaften erlauben es Kunden, Fondsanteile direkt online auf der eigenen Webseite zu ordern. Wenn das nicht geht, müssen Kunden einen Broker nutzen.


Kauf an der Börse:

Manche Fonds sind börsennotiert und können über die Börse gehandelt werden. An der Börse werden Fondsanteile nicht zum aktuellen Ausgabewert, sondern zum aktuellen Marktwert gehandelt. Es fällt kein Ausgabeaufschlag an, dafür jedoch Ordergebühren.


Mögliche Broker für den Kauf bei der Fondsgesellschaft und/oder an der Börse sind:

  • Hausbanken können Käufe bei der Fondsgesellschaft oder an der Börse abwickeln. Zusätzlich profitieren Anleger von der Möglichkeit, sich persönlich beraten zu lassen. Hausbanken stehen jedoch immer wieder in der Kritik, bevorzugt Produkte der eigenen Fondstöchter anzubieten, auch wenn diese nicht bestmöglich zur Anlagestrategie des Investors passen. Die Fondstöchter der größten Banken in Deutschland sind:


Volksbanken-Raiffeisenbanken Union Investment
Deutsche Bank/ Postbank DWS Investments („Die Wertpapier Spezialisten “)
Commerzbank Comstage
Commerz Real
Sparkassen Gruppe Deka Investments
Landesbank Baden-Württemberg LBBW Asset Management


  • Direktbanken bieten häufig einen reduzierten Ausgabeaufschlag und verzichten dafür auf persönliche Beratung.
  • Online-Plattformen („Fondshops“) bieten Fonds teilweise häufig ohne Ausgabeaufschlag an und bieten ebenfalls keine Beratung.


Laufzeiten

Investmentfonds sind sehr liquide. Es gibt zwei Möglichkeiten, wie Anleger Ihre Fondsanteile in Kapital umwandeln können.


  • Anleger können täglich einen Rückgabeauftrag an die Fondsgesellschaft stellen. Sie erhalten dafür einen Rücknahmepreis, der normalerweise jeden Tag von der Fondsgesellschaft berechnet wird. Da Rückgabeaufträge in der Regel nicht sofort bearbeitet werden, kennt der Anleger den exakten Preis bei der Rücknahme nicht.
  • Börsennotierte Fonds können über die Börse verkauft werden. Der erzielbare Verkaufspreis wird dabei von Angebot und Nachfrage bestimmt und entspricht nicht notwendigerweise dem Rücknahmepreis. Der Vorteil ist, dass der Anleger den Verkaufskurs kennt.


Mindestanlage

Die Preise für einen Anteil variieren zwischen Fonds und können von einstelligen bis zu vierstelligen Eurobeträgen reichen. Oft liegen sie zwischen 20 € und 130 €.


Kosten

Der Broker, der die Fondsanteile verkauft, erhebt meist einen Ausgabeaufschlag von rund 5 % der Anlagesumme. Manche Broker, wie beispielsweise Hausbanken, lassen Verhandlungen über den Ausgabeaufschlag zu.


Zusätzlich erhebt der Fonds selbst Verwaltungskosten von 0,5-2 % des Anteilswertes pro Jahr.


Eventuell erhält das Fondsmanagement eine Erfolgsprovision, wenn die Wertentwicklung des Fonds festgelegte Ziele übertrifft. Diese beträgt oft zwischen 5 und 25 % des Gewinns, der über das Ziel hinausgeht.


Wie können Anleger zwischen verfügbaren Investmentfonds vergleichen?

Mehrere Portale wie Fondsdiscount, onvista, fondsweb.com und Stiftung Warentest bieten Tools, mit denen Anleger die historische Wertentwicklung und weitere Kennzahlen einzelner Fonds einsehen und vergleichen können.


Was ist das maximale Risiko für Anleger?

Ein Fondsanteil kann – schlimmstenfalls langfristig – an Wert verlieren, wenn die Preise für die Wertpapiere im Fonds fallen.


Ein Totalverlust ist theoretisch möglich, wenn alle Unternehmen und/oder Staaten, deren Wertpapiere in einem Fonds enthalten sind, insolvent gehen. Fondsmanager sind in Deutschland gesetzlich dazu verpflichtet, diesem Risiko mit einer Streuung über mindestens 16 verschiedene Wertpapiere zu begegnen.


Vor einer Insolvenz des Emittenten dagegen sind Anleger geschützt, denn Investmentfonds zählen als „Sondervermögen“. Geht die Fondsgesellschaft insolvent, erhalten die Gläubiger keinen Zugriff auf die Kundeneinlagen.


Zusammenfassung: Das Chancen-/Risiko-Profil


Chancen

  • Fonds besitzen eine eingebaute Risikostreuung über mehrere Wertpapiere.
  • Mit aktiven Fonds lassen sich potenziell Überrenditen gegenüber der Marktentwicklung erzielen.
  • Anleger können schon mit geringen Summen ein Portfolio von mehreren Wertpapieren erwerben.
  • Fondsanteile können kurzfristig liquidiert werden.
  • Fondsmanager können bei Marktturbulenzen reagieren und möglicherweise Verluste begrenzen.


Risiken

  • Risiko von Wertverlusten bis hin zum Totalausfall.
  • Potenziell höhere Kosten als bei passiven Fonds oder beim Einzelkauf von Wertpapieren.
  • Historischen Daten zufolge konnte ein bedeutsamer Teil der aktiven Fonds auf kurze und mittlere Sicht nicht den Vergleichsindex schlagen (nach Kosten).


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