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Offene Immobilienfonds schliessen die Pforten - Alternative: Crowdinvesting in Immobilien

ANALYSE 18.08.2016

Offene Immobilienfonds schließen die Pforten - Crowdinvesting in Immobilien als Alternative

Die Nachfrage nach Immobilienfonds ist so hoch wie selten zuvor. Viele Fonds mussten ihre Zuflüsse bereits begrenzen. Das enorme Anlegerinteresse ist nicht nur auf die Niedrigzinspolitik zurückzuführen. Crowdinvesting in Immobilien ist attraktive Alternative.


Auf der Suche nach sicheren Renditen investieren immer mehr Anleger ihr Geld in offene Immobilienfonds. Allein dem DWS Grundbesitz Europa sind nach Angaben der Fondsgesellschaft seit Jahresbeginn rund 750 Millionen Euro zugeflossen – mehr als im gesamten vorangegangenen Jahr. Auch andere Immobilienfonds werden von der Geldflut förmlich überschwemmt. So ermittelte die Ratingagentur Scope, dass alle für Privatanleger relevanten offenen Immobilienfonds in Deutschland im ersten Quartal 2016 netto mehr als 2,8 Milliarden Euro an Anlegergeldern aufgenommen haben – über eine Milliarde Euro mehr als im ersten Quartal 2015. Viele Fonds haben deshalb die Schotten dicht gemacht: Sie nehmen kein frisches Kapital mehr an.


Neben dem Grundbesitz Europa hat auch der Immobilienfonds Fokus Deutschland, der ebenfalls der Deutschen Bank gehört, das Neugeschäft vorübergehend eingestellt. Gleiches gilt für die Union-Investment-Immobilienfonds Uniimmo Europa, Uniimmo Deutschland und Uniimmo Global. Der noch junge Immobilienfonds Leading Cities Invest von KanAm hat von Beginn an mit sogenannten Cash-Calls und Cash-Stops gearbeitet, um die Mittelzuflüsse zu regulieren.


Dass immer mehr Immobilienfonds ihre Tore für Neuanlagen schließen, hat mehrere Gründe: Zum einen versuchen die Fondsmanager, die Liquiditätsquote möglichst gering zu halten, weil ein zu hoher Kassenbestand die Rendite verwässert und Fondsgesellschaften für ihre Cash-Positionen zunehmend sogar negative Renditen in Kauf nehmen müssen. Zum anderen wird es immer schwieriger, geeignete Investmentobjekte zu finden. Denn das Preisniveau - insbesondere bei hochwertigen Immobilien an attraktiven Standorten - ist in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen.


Alternative zu Fonds: Crowdinvesting in Immobilien

Anleger, die auf der Suche nach attraktiven Renditen im aktuellen Niedrigzinsumfeld Anlagen im Immobilienbereich bevorzugen, entdecken für sich nun das Crowdinvesting in Immobilien. Auch hier gibt es Zinsen jenseits von 5% p.a. für die Geldanlage in Immobilien. Ein großer Vorteil dabei ist, dass die Plattformen im Gegensatz zu Fonds keine Gebühren oder Aufschläge verlangen. Auf zinsbaustein.de gibt es stetig aktuelle Projekte für interessierte Anleger. Dass die Projekte regelmäßig innerhalb weniger Tage oder Wochen platziert werden, zeigt, wie groß die Nachfrage ist.


Gründe für das Anlegerinteresse

Der aktuelle Run auf Immobilien ist leicht zu erklären: Immobilien gelten bei Anlegern seit Jahren als sicherer Hafen, der mit vergleichsweise guten Renditechancen aufwartet. Und das trifft nicht nur für Immobilien-Direktinvestments zu (also etwa für den Kauf eines Hauses oder einer Wohnung), sondern auch für die indirekte Anlage wie beispielsweise über einen Fonds. Das belegt die aktuelle Wertentwicklungsstatistik des deutschen Fondsverbands BVI. Danach konnten sich Anleger, die vor fünf Jahren in einen offenen Immobilienfonds investiert haben, über eine Rendite von durchschnittlich 2,5 Prozent pro Jahr freuen. Auf Zehn-Jahres-Sicht waren es laut BVI sogar 3,1 Prozent pro Jahr, und das bei einer vergleichsweise geringen Wertschwankung von 0,7 Prozent.


Im aktuellen Niedrigzinsumfeld sind derartige Investments gefragt wie selten zuvor. Die relativ stabilen Renditen sind aber nicht der einzige Grund, aus dem Immobilienfonds bei Anlegern so begehrt sind. Ein weiterer Vorteil gegenüber Direktinvestments ist die niedrige Mindestanlagesumme. Denn während Anleger für Immobilien-Direktinvestments in der Regel sechs- bis siebenstellige Beträge zahlen und häufig einen Kredit aufnehmen müssen, können sie sich an offenen Fonds oft schon mit Minibeträgen von 50 Euro oder über einen Sparplan beteiligen. Hinzu kommt, dass Immobilienfonds oder die Anlage über Crowdinvesting-Plattformen eine breite Risikostreuung erlauben: Während Anleger bei direkten Immobilieninvestitionen ihr Geld nur in ein einziges Objekt stecken, investieren Fonds ihr Kapital in viele verschiedene Objekte, von Bürogebäuden, über Hotels und Einkaufszentren, bis hin zu ganzen Stadt-Quartieren.


Nicht zuletzt ist auch der Verkauf der Fondsanteile für Anleger erheblich leichter, als es bei direkt erworbenen Immobilien der Fall ist. Denn anders als bei Wohnungen oder Häusern muss ein Käufer nicht erst aufwändig gesucht werden. Die Fondsanteile können nach einer Mindesthaltedauer von zwei Jahren und einer einjährigen Kündigungsfrist einfach an die Fondsgesellschaft zurückgegeben werden.


Fazit

Im Niedrigzinsumfeld bleiben Immobilieninvestments eine begehrte Anlagealternative. Das gilt insbesondere für offene Immobilienfonds oder Crowdinvesting in Immobilien. Investitionsmöglichkeiten bei Fonds sind inzwischen jedoch rar. Denn viele Fonds haben vorrübergehende Cash-Stops eingeführt, um die Mittelzuflüsse zu regulieren. Wer dennoch auch mit kleinen Beträgen in Immobilien investieren will, muss entweder auf sogenannte Cash-Call-Phasen warten oder sich nach anderen Investitionsmöglichkeiten umsehen wie Immobilienprojekte auf Crowdinvesting-Plattformen.

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